Senatorin will Beratung in Bremer Corona-Hotspots verbessern

  • Infektionszahlen steigen besonders in ärmeren Stadtteilen
  • Gesundheitssenatorin Bernhard will verstärkt informieren
  • Maßnahmen sollen kommende Woche starten
Video vom 7. November 2020
Junge Menschen gehen über einen Gehweg in Gröpelingen
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard hat Maßnahmen angekündigt, um das Infektionsgeschehen in benachteiligten Stadtteilen Bremens in den Griff zu bekommen. "Wir werden ab nächster Woche anfangen", sagte die Linken-Politikerin bei buten un binnen. "Das ist eine Aufgabe, die für uns jetzt ganz oben auf der Agenda steht."

Das Bremer Gesundheitsressort hat erstmals Infektionszahlen nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt. Das Ergebnis: Die höchsten Infektionsraten gibt es in den ärmeren Gegenden Tenever und Gröpelingen. Bernhard sagte, sie sei nicht überrascht, dass die Hotspots der Corona-Pandemie in ärmeren Stadtteilen liegen. Die Ursachen seien vielfältig und nicht einfach abzustellen.  "Es gibt Zusammenhänge, die können wir nicht ändern", sagte sie und nannte als Beispiel beengte Wohnverhältnisse. "Aber den Ernst der Lage kann man durchaus noch einmal so transportieren, dass es auch motivierend wirkt – und nicht abschreckend."

So solle verstärkt informiert und beraten werden. Dabei würden auch Quartiersmanagement und Beiräte eingebunden. Info-Zettel reichten nicht aus. "Wir müssen über verschiedene Kanäle gehen", sagte Bernhard. Sie meine damit nicht die verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt. "Ich denke dabei beispielsweise auch an Angebote für Jugendliche, die momentan nicht wissen, was sie machen sollen." Zudem seien Beratungsangebote vor Ort und in verschiedenen Sprachen wichtig. "Das sind wichtige Ansatzpunkte, die bislang nicht so klar waren", sagte die Senatorin. Das habe sich durch die aktuellen Zahlen geändert. "Und die werden wir auch weiter transparent veröffentlichen."

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. November 2020, 19:30 Uhr