Bremerhaven gehört aktuell zu den Corona-Hotspots in Deutschland

  • Bremerhaven hat deutschlandweit die zweithöchste Infektionsquote
  • Nur der Kreis Sonnenberg in Thüringen ist näher an der Obergrenze
  • Bremerhavener Krisenstab sieht keinen Grund für weitere Einschränkungen
Die Pfingstgemeinde in Bremerhaven-Schierholz.
Der Corona-Ausbruch in einer Bremerhavener Pfingstgemeinde ist schuld an der hohen Zahl der Infektionsfälle in Bremerhaven. Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich


Bremerhaven ist aktuell einer der Corona-Hotspots in Deutschland. Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Landkreisen oder Städten in einem Zeitraum von sieben Tagen sollen wieder regional verschärfte Beschränkungen gelten. Welche Maßnahmen das sind, ist nicht vorgegeben. Das Robert-Koch-Institut beobachtet, wie weit die Städte und Landkreise von dieser Obergrenze entfernt liegen. Bremerhaven ist aktuell nah dran. Mit einem Wert von 37 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen liegt es deutschlandweit auf Platz 2. Nur der Landkreis Sonnenberg in Thüringen verzeichnet mit einem Wert von 44,5 mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Grund für den hohen Wert in Bremerhaven ist vor allem der Corona-Ausbruch in einer freikirchlichen Gemeinde, der in den vergangenen Tagen bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Hinzu kam am Dienstag noch die Meldung, dass es elf Infektionen in einer Großfamilie gibt. Die Familie hatte das muslimische Zuckerfest gefeiert.

Stadt sieht bisher keinen Handlungsbedarf

Die Stadt Bremerhaven sieht allerdings bisher selbst bei Überschreitung des Schwellenwerts von 50 Fällen in sieben Tagen keinen Handlungsbedarf. "Wir haben es mit einem eingegrenzten Cluster mit bekannten Bezugspersonen zu tun. Dennoch werden wir die Entwicklung in der Stadt Bremerhaven weiterhin genau im Blick behalten", so der Leiter des Krisenstabes, Ronny Möckel.

Corona-Ausbruch in Bremerhavener Pfingstgemeinde

Video vom 29. Mai 2020
Das Glaubenshaus einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. Juni 2020, 19:30 Uhr