Amtshilfe der Bundeswehr: 4 Soldaten in Bremer Altenheimen im Einsatz

Die Soldaten unterstützten die Arbeit von Pflegekräften. Anders als in Bremerhaven machen sie aber keine Corona-Tests, sondern werden in der Betreuung eingesetzt.

Sascha Ziller, Feldwebel bei der Bundeswehr, steht in der Seniorenresidenz „Haus Sophia“ neben einem Handtuchwagen in einem Flur.
Wäsche verteilen kann bald auch zu den Aufgaben der Soldaten in Bremen gehören. Der Soldat im Bild gehört zu den "Helfenden Händen" in Rheinland-Pfalz. Bild: DPA | Uwe Anspach

In Bremerhaven ist der Einsatz der Soldaten in Alten- und Pflegeheimen schon fast beendet. Drei Wochen lang halfen fast 40 Soldatinnen und Soldaten dort mit Schnelltests von Besucherinnen und Besuchern, um die Pflegekräfte zu entlasten. Neun von ihnen sind noch vor Ort. Weitere Soldaten unterstützen das Personal in den Impfzentren und Gesundheitsämtern. Doch die vier Neuen in der Stadt Bremen haben eine andere Aufgabe.

Die vier Soldaten des Fallschirmjäger-Regiments 31 aus Seedorf sind in zwei Bremer Altenpflege-Einrichtungen im Einsatz: in der DKV-Residenz in der Contrescarpe und im Haus St. Elisabeth der Caritas. Sie sollen hier Bewohnerinnen und Bewohner betreuen. Nicht pflegerisch, sondern als so genannte "Helfende Hände" im hauswirtschaftlichen Bereich.

Betten machen und spazieren gehen

Zu diesen Aufgaben kann Vieles gehören – je nach Bedarf der Einrichtung: Getränke verteilen, Geschirr abräumen, auf die Zimmerglocke reagieren, Kontakt mit Angehörigen über Telefon oder Video-Anrufe vermitteln, Betten machen, Wäsche verteilen oder auch mal Brote belegen und Essen servieren, mit Bewohnern spazieren gehen oder Besucherinnen vom Empfang bis zum Zimmer begleiten. Vorerst sechs Wochen lang sollen die vier Soldaten in Bremen so das Pflegepersonal entlasten.

Antigen-Schnelltest für Mitarbeiter, Besucher und Angehörige eines Pflegeheims durch Bundeswehrsoldaten.
Schnelltests von Besuchern zu koordinieren, kann auch Aufgabe der Bundeswehr im Pflegeheim sein. Bild: Imago | Joerg Boethling

Die Grenze zur Pflege bei diesen Tätigkeiten richtig zu ziehen, sei durchaus eine schwierige Aufgabe, sagt die Bremer Sozialsenatorin Anja Stahmann. "Wir wollen sicherstellen, dass pflegefachliche Tätigkeiten weiterhin ausschließlich von geschultem Personal vorgenommen werden", so Stahmann. Sollte sich das Konzept bewähren, kann sie sich weitere Einsätze in Bremer Pflegeheimen vorstellen.

Die beiden Bremer Einrichtungen freuen sich auf ihre "Helfenden Hände". Sven Beyer von der DKV sieht sie als "echte Entlastung" der Pflegekräfte und Caritas-Direktor Martin Böckmann hat schon aus anderen Bundesländern Positives gehört. Er sagt: "Es heißt, die Soldatinnen und Soldaten seien hochmotiviert, gingen sehr umsichtig mit den Bewohnerinnen und Bewohnern um und hätten Freude an der abwechslungsreichen Tätigkeit." Er hofft auf eine bereichernde Arbeit für beide Seiten.

Neues Einsatzgebiet für die Bundeswehr

Im Land Bremen ist dieser Einsatz der erste seiner Art. In anderen Bundesländern laufen sie schon länger, sind aber trotzdem noch Neuland für die Bundeswehr. Grundlage für die "Helfenden Hände" ist ein Antrag auf Amtshilfe, den jedes Bundesland stellen kann. Nur wenn keine zivilen Kräfte zur Verfügung stehen, die die notwendigen Tätigkeiten ausführen können, darf die Bundeswehr zum Einsatz kommen.

Soldatinnen und Soldaten sind sonst bei Naturkatastrophen im Einsatz. Auch beim Aufbau und Management von Flüchtlingsunterkünften halfen sie. Dass sie im hauswirtschaftlichen Bereich eingesetzt werden, ist hingegen eine Neuerung, die der Corona-Pandemie geschuldet ist. Bundesweit unterstützen zurzeit 777 Angehörige der Bundeswehr die Arbeit in Alten- und Pflegeheimen. Weitere 4.000 Soldatinnen und Soldaten führen Schnelltests durch.

Autorin

  • Sarah Kumpf Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 2. März 2021, 23:30 Uhr