Corona -Pandemie lässt Zahl der Minijobs im Land Bremen schrumpfen

Besonders betroffen sind Gastronomie und Kreativwirtschaft. Beide Branchen sind angesichts der Corona-Maßnahmen nicht auf 450-Euro-Jobber angewiesen.

Video vom 14. Mai 2021
Der Eingangsbereich der Agentur für Arbeit.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Minijobs im Land Bremen schrumpfen lassen. Gab es im März vergangenen Jahres noch 61.000 sogenannte 450-Euro-Jobs, waren es im gleichen Monat dieses Jahres fast 8.900 weniger. Der Rückgang der geringfügig Beschäftigten betrifft laut Joachim Ossmann, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, vor allem die Hotel- und Gastronomie-Branche sowie die Kreativwirtschaft.

Niedriglohnbereich in vergangenen Jahren stark gewachsen

Auch aus Sicht der Arbeitnehmerkammer ist der Rückgang für einen bestimmten Teil der Minijobber besonders problematisch. In den vergangenen Jahren hat der Niedriglohnbereich auf dem Arbeitsmarkt deutlich zugenommen, erklärt Ingo Schierenbeck von der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Viele Menschen sind zusätzlich auf einen Minijob angewiesen um ein Existenz sicherndes Einkommen zu erzielen. Durch den Verlust des Minijobs sind sie jetzt auf Sozialleistungen angewiesen.

Ingo Schierenbeck, Arbeitnehmerkammer Bremen

Laut Minijob-Zentrale ist die Zahl der Minijobs deutschlandweit um fast 13 Prozent auf rund 5,5 Millionen gesunken. Das ist die geringste Zahl seit 2004. Sicher ist aber, dass mit den Ende der pandemiebedingten Einschränkungen, die Zahl der Minijobs auch wieder steigt.

Prekär Beschäftigte besonders betroffen

Geht der Minijob verloren, kann das für prekär Beschäftigte bedeuten, sie müssen Hartz IV beantragen – ein Grund warum sich das Bremer Arbeitsressort für diese Gruppe eher weniger Minijobs wünscht. Dafür wolle man sich auch bundesweit stark machen, sagt Kai Stührenberg, Staatsrat im Bremer Wirtschaftsressort.  

Das Ziel muss sein, letztendlich weg vom Minijob hin zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Wir werden uns auch beim Bund einsetzen.

Kai Stührenberg, Bremer Staatsrat im Senatsressort Wirtschaft, Arbeit und Europa

Für viele Studenten ist der Minijob ein nötiger Zuverdienst, gerade weil er sozialversicherungsfrei ist. Ganz ähnlich geht es Rentnern. In einigen Branchen sind die Minijobber wegen ihrer Flexibilität beliebt. In der Gastronomie ist es beispielsweise wichtig, an Wochenenden viele, unter der Woche aber auch mal weniger Kräfte einplanen zu können, erklärt Nathalie Rübsteck vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Bremen. Es funktioniere nicht, diese Spitzen durch sozialversicherungspflichtige Vollbeschäftigungen abzudecken.

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Autor

  • Peter Gallasch Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Mai 2021, 19:30 Uhr