Aufwendige Bergung der "Seute Deern" in Bremerhaven beginnt

  • Kran bereitet Bergungsarbeiten der "Seute Deern" in Bremerhaven vor
  • "Seute Deern" liegt seit Ende August auf Grund
  • Sanierung des Museumsschiffes kostet mehr als 30 Millionen Euro
Das Segelschiff Seute Deern liegt halb unter Wasser im Hafenbecken.
Die Sanierung der "Seute Deern" wird voraussichtlich mehr als 30 Millionen Euro kosten.

Rund 20 Tage soll die aufwendige und schwierige Bergung der abgesackten "Seute Deern" im Alten Hafen von Bremerhaven dauern. Der Grund: Für die eigentliche Bergung muss viel Vorarbeit geleistet werden. Ab Montag soll ein Kran von einer schwimmenden Plattform aus die tonnenschweren Stangen am Mast – seemännisch Rahen – abnehmen. Es solle so viel Gewicht wie möglich aus dem Mastenbereich des Schiffs genommen werden, sagt Lars Kröger vom Deutschen Schifffahrtsmuseum. So soll verhindert werden, dass das Schiff während der Bergung kentert. "Wenn sich das Schiff aus dem Untergrund löst und aufschwimmt, ist es für kurze Zeit schwer kontrollierbar", erklärt Kröger.

Auch Taucher kommen zum Einsatz

Der Kran braucht Platz im Hafen, deswegen muss ein anderes Museumsschiff weichen. Auch das soll am Montag passieren. Die eigentliche Arbeit, das Entfernen der Rahen, wird voraussichtlich mehrere Tage dauern, heißt es. Sobald das Gewicht aus dem Mastenbereich abtransportiert ist, kommen Taucher zum Zug. Sie sollen Taue aus Stahlseil zum Schiffsrumpf bringen. Dann soll der Rumpf mit luftgefüllten Hebesäcken gehoben werden. Geht alles glatt, sind es nach Angaben des Bergungsunternehmens etwa 15 weitere Arbeitstage zur Bergung nötig.

Der Bereich um die denkmalgeschützte "Seute Deern" ist sicherheitshalber weiträumig abgesperrt. Auch um Neugierige auf Abstand zu halten. "Das Interesse der Bevölkerung ist immens", sagt Kröger. Der 100 Jahre alte Holzsegler war Ende August nach einem Wassereinbruch auf den Grund des Hafenbeckens abgesackt. Für die Bergung stehen 1,1 Millionen Euro bereit. Erfahrungswerte für solche Arbeiten gebe es kaum, so Kröger. Nach der Bergung muss ein Sanierungsplan erarbeitet werden. Die erwarteten Kosten von mehr als 30 Millionen Euro teilen sich Bund, Land und Stadt.

"Seute Deern" – Soll das Schiff für 30 Millionen gerettet werden?

Die gallionsfigur an der Seuten Deern

Dieses Thema im Programm: buten und binnen, 5. September 2019, 19:30 Uhr