Infografik

Autofreie City in Bremen: Das sind die Pläne

Autos sollen langfristig aus der Bremer City verbannt werden, darauf haben sich SPD, Grüne und Linke in den Koalitionsverhandlungen geeinigt. Die Einzelheiten.

Bremer Martinistraße von oben.

Autofreie Innenstadt

Ralph Saxe, Verkehrspolitiker der Bremer Grünen, begrüßt die Vorschläge, die SPD, Grüne und Linke in ihren Koalitionsverhandlungen besprochen haben. In seinen Augen ist klar, dass die Verkehrswende aus klimapolitischen Gründen oberste Priorität haben muss. "Das kostet Geld, wird aber auch viel Nutzen bringen."

Langfristig – gewissermaßen als Fernziel – liebäugeln die möglichen Partner mit einem komplett autofreien Bereich zwischen Bremer Hauptbahnhof und der Westerstraße in der Neustadt.

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Im ersten Schritt soll der Innenstadtbereich zwischen Wall und Martinistraße autofrei werden, wobei dann beide Randstraßen noch befahrbar wären. Peu à peu könnte dieser Bereich dann wachsen und könnte irgendwann auch Martinistraße und Wall einschließen.

Fahrradbrücken

Außerdem umfasst das Konzept drei Fahrradbrücken. Und zwar:

  • zwischen Neustadt und Tiefer
  • zwischen Woltmershausen und der Überseestadt
  • zwischen Hemelingen und Arsten oder Habenhausen

Diese drei Brücken würden zusammen circa 35 Millionen Euro kosten, wobei Saxe hofft, dass ein großer Teil des benötigten Geldes vom Bund kommt. "Im besten Falle würde Bremen lediglich 17 Millionen Euro für die Brücken zahlen müssen", rechnet Saxe vor.

Öffentlicher Personennahverkehr

Die Überlegungen zum Öffentlichen Personennahverkehr sehen vor, Kinder von Hartz-IV-Empfängern kostenlos Bus und Bahn fahren zu lassen. Das Stadtticket soll deutlich günstiger werden und für alle Kinder und Jugendlichen soll es ein günstiges Jugendticket geben. Außerdem sollen alle Ticketpreise in den nächsten Jahren nicht angehoben werden. Langfristig soll geprüft werden, ob ein 365-Euro-Ticket oder der komplett kostenfreie ÖPNV machbar sind.

Außerdem sind insgesamt eine höhere Taktung und weitere Buslinien – vor allem in Bremen-Nord – im Gespräch. Für all diese ÖPNV-Maßnahmen ist wohl mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe zu rechnen. "Diese Investitionen sind klimapolitisch notwendig", findet Saxe.

Rot-Grün-Rot will vorerst keinen OTB – aber eine autofreie City

Politiker Kristina Vogt, Carsten Sieling und Maike Schäfer.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. Juni 2019, 19:30 Uhr