Fragen & Antworten

Darum schickt jetzt auch Apple Kamera-Autos durch Bremen und Bremerhaven

Der Streit um Google Street View ist rund zehn Jahre her. Erstmals fotografiert jetzt Apple Straßen in Deutschland. Was darf das Unternehmen? Und was bedeutet das für die Bremer?

Ein Kamerafahrzeug von Apple auf den Straßen von Santa Clara, USA
In den USA sind die Kamera-Autos von Apple bereits im Einsatz. Bild: DPA | Andrej Sokolow

Ab Montag will Apple seine Kamera-Fahrzeuge auf deutsche Straßen schicken. Rund 80 Autos sollen bis Mitte September Bilder für den Kartendienst "Apple Maps" machen. Entstehen soll ein Konkurrenzprodukt zu Google Street View. An welchen Tagen genau die Fahrzeuge in Bremen und Bremerhaven unterwegs sein werden, steht derzeit noch nicht fest. Laut Bremer Datenschutzaufsichtsbehörde will Apple in Hamburg und Niedersachsen starten. Auch hierzulande könnten die Kamera-Autos also schon bald zu sehen sein. Doch was bedeutet das für die Bremerinnen und Bremer? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Warum schickt Apple seine Kamera-Autos auf die Straße?
Die Kamera-Fahrzeuge fotografieren ganze Straßenzüge in deutschen Städten ab. Laut Apple sollen die Aufnahmen dazu dienen, das bestehende Kartenmaterial zu verbessern. Ob diese Bilder in Zukunft auch bei Apples neuem Panoramadienst "Look Around" zum Einsatz kommen, ist noch unklar. Fest steht aber: "Look Around", die Konkurrenz zu "Google Street View", soll ab Herbst in den USA starten. Für Deutschland ist der Dienst bislang nicht vorgesehen.

"Apple hat nachdrücklich versichert, dass es nicht plant, das Look-Around-Feature in Deutschland zu veröffentlichen", so Swantje Claussen von der Bremer Datenschutzaufsichtsbehörde. Die Behörde in Bremen steht in Austausch mit dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht. Es ist federführend in Deutschland für Apple zuständig, weil das Unternehmen in Bayern eine Niederlassung hat.
Was darf Apple mit seinen Kamera-Autos fotografieren?
Apple darf all das fotografieren, was nicht auf Personen zurückgeführt werden kann. Dazu zählen Straßen und Häuserfassaden. Nicht zulässig sind dagegen Aufnahmen von Gesichtern und Nummernschildern an Fahrzeugen, also von personenbezogenen Daten. Auf seiner Hompepage erklärt das Unternehmen, es werde Gesichter und Autokennzeichen auf den erstellten Bildern vor der Veröffentlichung unkenntlich machen.

Das Verpixeln der Bilder werde laut Unternehmen automatisch mit einer speziellen Software geschehen, die Erfolgsquote soll bei 99,5 Prozent liegen. "Die entsprechenden Bilder sollen laut Unternehmen noch vor Ort in den Aufzeichnungswagen verpixelt werden", so Swantje Claussen.
Was passiert mit den Aufnahmen?
Die Aufnahmen werden in die USA, wo Apple seinen Hauptsitz hat, übermittelt und dort gespeichert. Sollte Apple seinen Panaromadienst doch irgendwann in Deutschland anbieten, könnte das Unternehmen auf diese Aufnahmen zurückgreifen.

Auch wenn die Bilder nicht hier vor Ort gespeichert werden, gelten für das Unternehmen bestimmte Regeln: "Auch Apple muss sich an die Datenschutz-Grundverordnung halten", sagt Swantje Claussen. Das Unternehmen muss daher unter anderem genau angeben, was mit den Daten passiert, wo sie gespeichert werden, wer die zuständige Aufsichtbehörde im Beschwerdefall ist.

"Das alles erstellt Apple gerade unter Beteiligung des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht", so Claussen. Die Informationen sollen in diesen Tagen veröffentlicht werden, auf den Internetseiten der einzelnen Landes-Datenschutzbehörden.
Wie kann ich verhindern, dass Apple mein Haus oder meine Wohnung fotografiert?
Auch wenn das Abfotografieren von Häuserfassaden rechtlich zulässig ist, bewertet Parsya Baschiri von der Bremer Verbraucherzentrale den Vorgang aus Datenschutzsicht kritisch. Er rät: "So früh wie möglich Widerspruch einlegen, am Besten noch bevor Apple mit den Aufnahmen begonnen hat." Aber auch wenn das Unternehmen bereits Bilder gemacht hat, kann man die Löschung bzw. das Verpixeln der Aufnahmen beantragen. Auf einer Homepage hat Apple bereits eine Kontaktadresse eingerichtet.

Parsya Baschiri empfiehlt zudem, von vorherein nicht nur der Veröffentlichung von Bildern des Hauses oder der Wohnung, sondern auch von der eigenen Person und von Fotos des Fahrzeugs zu widersprechen.
  • Catherine Wenk

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 29. Juli 2019, 8:45 Uhr