Fragen & Antworten

Bundesweiter Warntag: So läuft der Test auf Ihrem Handy

Naturkatastrophen-Warn-Apps auf einem Smartphone (Symbolbild)
Die Apps "Katwarn" und "Nina" sind Voraussetzung, um auf dem Smartphone Katastrophen-Warnmeldungen zu empfangen. Bild: DPA | Flashpic/Jens Krick

Am Donnerstag steht der nationale Probe-Warntag an. Doch Bremerinnen und Bremer müssen sich vorbereiten, wenn sie daran teilhaben wollen. Wir zeigen, wie das geht.

Nach dem Fehlschlag vor zwei Jahren, soll es diesmal endlich klappen. Pünktlich um 11 Uhr sollen am Donnerstag deutschlandweit fast alle Smartphones klingelnd, piepsend oder summend den Empfang einer bundesweiten Warnnachricht vermelden. Verschickt wird dieser Probealarm vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

So soll das zentrale Modulare Warnsystem (Mowas) des Bundes erprobt werden, das Menschen im Katastrophenfall besser schützen soll. Kommunen wie Bremen und Bremerhaven ergänzen die Warnkanäle des Mowas um die lokale Warninfrastruktur, beispielsweise durch die Auslösung von Sirenen.

Viele Bremerinnen und Bremer werden die elektronische Warnung automatisch zugestellt bekommen. Wer sichergehen will, den Alarm nicht zu verpassen, sollte allerdings folgendes beachten.

Wann funktioniert das Cell Broadcasting?
Beim Warntag am 8. Dezember wird das so genannte Cell Broadcast zum ersten Mal in Deutschland getestet. Dabei handelt es sich um eine Warnnachricht, die direkt auf alle empfangsbereiten Smartphones geschickt wird. Um Warnnachrichten zu erhalten, müssen Handys allerdings eingeschaltet sein. Sie dürfen sich auch nicht im Flugmodus befinden. Darüber hinaus müssen alle aktuellen Software-Updates installiert sein, um Cell Broadcast-Nachrichten empfangen zu können.

Einige Betriebssysteme ermöglichen zudem in den Einstellungen zu "Cell Broadcast"-Mitteilungen bestimmte Warnmeldungen ein- und auszustellen. So sind beispielsweise Test-Warnungen bei Apple-Geräten in den Voreinstellungen ausgestellt. Zur Sicherheit sollten Nutzer auch hier alle Häkchen setzen.

Wer ganz sicher gehen will, informiert zu werden, sollte zudem eine der zwei Apps "Nina" oder "Katwarn" auf dem Smartphone installieren, die bundesweit vor Katastrophen warnen.
QR-Code, der auf eine URL verweist
Dieser QR-Code verweist auf die offizielle Warntag-Website: www.warnung-der-bevoelkerung.de Bild: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Welche Handys funktionieren nicht mit dem System?
Cell Broadcast funktioniert nicht mit allen Smartphones. Gängige Geräte wie das iPhone können die Warnmeldung erst ab der Version 6s und SE empfangen. Für Samsung gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe das Galaxy A02s oder neuere Versionen als empfangsbereit an. Google-Geräte funktionieren ab dem Pixel 2, Sony-Modelle ab dem Xperia L2. Eine Liste der empfangsfähigen Handys stellt das BBK auf der eigenen Website bereit.
Wie läuft der Probealarm via Smartphone ab?
Mit der Probewarnung, die vom BBK am 8. Dezember um 11 Uhr ausgelöst wird, soll überprüft werden, wie gut die technische Infrastruktur funktioniert. Zu diesem Zweck erhalten die Smartphone-Nutzer eine Warnmeldung mit dem Titel: "Bundesweiter Warntag 2022 – Probewarnung". Im Text steht dann: "Heute findet der Warntag 2022 mit einer bundesweiten Probewarnung statt. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung."

Die Entwarnung ist für 11.45 Uhr vorgesehen.
Wo – außer auf Handys – wird noch gewarnt?
Gewarnt wird auf verschiedenen Kanälen in einem so genannten Warn-Mix. So soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, möglichst alle Menschen zu erreichen. Neben den Apps "Nina" oder "Katwarn" wird der Probealarm daher auch über Radio und Fernsehen verbreitet. Auf den Hörfunkwellen Radio Bremens wird dann beispielsweise folgender Text verlesen: "Wir unterbrechen das Programm für eine amtliche Gefahrendurchsage: Sie hören eine Probewarnung zum bundesweiten Warntag 2022. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung und kein Handlungsbedarf."

Darüber hinaus werden Warnhinweise auf Stadtinformationstafeln zu lesen sein. Außerdem sollen Sirenen und die Infosysteme der Deutschen Bahn mit eingebunden werden. In einigen Regionen sind auch Lautsprecherwagen eingebunden, allerdings nicht in Bremen.
Wo können Bremerinnen und Bremer Rückmeldung geben?
Bremerinnen und Bremer können auch zur Analyse des bundesweiten Warntages beitragen. Dazu führt das BBK eine Online-Umfrage durch. Die Website wird im Zuge des Tests für Nutzer und ihre Rückmeldungen geöffnet (siehe Link mit QR-Code).

So will Bremerhaven die Bevölkerung künftig bei Katastrophen warnen

Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

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Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Der Morgen, 8. Dezember 2022, 8.40 Uhr