Fragen & Antworten

Diese Folgen hat der Bahnstreik für Bremerinnen und Bremer

Ein Bahnsteig im Bremer Hauptbahnhof ist menschenleer.

Auf was müssen sich Bremerinnen und Bremer beim Bahnstreik einstellen?

Bild: dpa | Philip Dulian

Ein weiteres Mal ruft die Lokführergewerkschaft GDL zum Streik auf und legt so den Bahnverkehr weitgehend lahm. Zwar gibt es einen Notfahrplan, viele Züge fahren aber nicht.

Wer regelmäßig mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, kennt es schon: Fünf Wochen nach dem letzten Streik ruft die Lokführergewerkschaft GDL seine Mitglieder wieder dazu auf, die Arbeit niederzulegen – wie schon im November und Dezember. Insgesamt wird die Bahn in den vergangenen neun Monaten bereits zum fünften Mal bestreikt.

Von wann bis wann geht der Streik diesmal?

Der Streik hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 2 Uhr morgens begonnen. Erst Freitagabend um 18 Uhr wollen die Lokführer dann ihre Arbeit wieder aufnehmen. Der Streik zieht sich damit insgesamt also fast über drei Tage.

Welche Züge sind betroffen?

Bestreikt werden die Nah- und Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn. Das Unternehmen selbst rechnet damit, dass die meisten Verbindungen im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr ausfallen. Zwar werde ein Notfahrplan eingerichtet, dessen Zugangebot sei aber sehr begrenzt, heißt es.

Neben der Deutschen Bahn wird auch der Transdev-Konzern bestreikt. Zu dem gehört auch die Nordwestbahn. Auch dort rechne man mit "massiven Einschränkungen", heißt es vom Unternehmen.

Nicht bestreikt wird zwar der Metronom, der zwischen Bremen und Hamburg vekehrt. Trotzdem kann es hier zu Ausfällen und Verspätungen kommen, weil einige Stellwerke auf der Strecke von Mitarbeitenden der Bahn bedient werden. Eine Garantie, mit dem Zug von A nach B zu kommen, gibt es also während des Streiks nicht wirklich.

Wie wird die Verkehrssituation in Bremen insgesamt, auch vor dem Hintergrund der Bauern-Proteste?

Es dürfte voll werden – sowohl in den wenigen Zügen, die noch unterwegs sind, als auch auf den Straßen. Von der Bremer Polizei heißt es, dass die Situation für alle, die mit dem Auto unterwegs sind, "herausfordernd" werden könnte. So sei es auch für bei den vergangenen Bahnstreiks gewesen, als Bahnreisende auf das Auto umsteigen mussten. Nun kommen eventuelle Verkehrsbehinderungen durch die Bauern-Demos dazu. Autofahrer sollten also mehr Zeit einplanen, wenn sich Fahrten nicht vermeiden lassen.

Welche Rechte haben Reisende, die vom Streik betroffen sind?

Wer zur Streikzeit zwischen Mittwochfrüh und Freitagnachmittag eine Zugreise geplant hatte, kann nun entweder noch vorher oder nach dem Streik fahren und dabei sein ursprüngliches Ticket nutzen. Die Zugbindung sei aufgehoben, Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden, heißt es von der Deutschen Bahn. Daneben ist es aber auch möglich, das Ticket zu stornieren, der Kaufpreis wird erstattet.

Wer sein Ticket nicht vorab zurückgeben kann oder möchte, bekommt Geld zurück, wenn er nicht pünktlich ins Ziel kommt: Bei mehr als einer Stunde Verspätung am Zielbahnhof gibt es ein Viertel des Fahrpreises, bei mehr als zwei Stunden die Hälfte zurück.


Erstattungen für Zeitfahrkarten und Abotickets gibt es erst ab einer Verspätung von mehr als 60 Minuten im Zielbahnhof. Im Fernverkehr gibt es pauschal fünf Euro für Tickets in der zweiten Klasse, 7,50 Euro für Tickets in der ersten Klasse und 15 Euro für Bahn-Card-100-Besitzer. Im Nahverkehr gibt es deutlich weniger: In der ersten Klasse erstattet die Bahn 2,25 Euro, in der zweiten 1,50 Euro – so viel bekommen also auch Inhaber des Deutschlandtickets.

Wie ist der aktuelle Stand der Verhandlungen?

Eine Einigung zwischen Bahnunternehmen und GDL ist bisher nicht in Sicht – vor allem in Sachen Arbeitszeitverkürzung kommen beide Parteien nicht zusammen. Ein Angebot der Bahn, mit der das Unternehmen Streiks abwenden wollte, lehnte die GDL deshalb auch ab.

Das Hessische Landesarbeitsgericht wies am Dienstagabend in zweiter Instanz eine Klage der Bahn gegen den Streik ab.

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Quellen: buten un binnen und Reuters.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 10. Januar 2023, 11 Uhr