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Mehr Kontrollen, mehr Streifen: Ist Bremens Hauptbahnhof nun sicherer?

Vier Bundespolizisten im Bremer Hauptbahnhof

Ist Bremens Hauptbahnhof jetzt sicherer?

Bild: DPA | Karsten Klama
  • Polizei geht am Hauptbahnhof verstärkt auf Streife und kontrolliert mehr
  • Laut Polizei gibt es weniger Beschwerden
  • Abwanderung der Drogenszene klappt bislang noch nicht

Vor rund sechs Wochen hat Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) angekündigt, härter gegen die Alkoholiker- und Drogenszene am Bremer Hauptbahnhof vorgehen zu wollen. Das Ziel dabei: Reisende und andere Menschen, die sich in dem Bereich aufhalten, sollen sich sicherer fühlen. Inzwischen war die Polizei mehrfach mit Großkontrollen und Schwerpunktmaßnahmen gegen die Drogen- und Straßenkriminalität rund um den Bahnhofsvorplatz im Einsatz. Zeit also für ein erstes Zwischenfazit.

Wie geht die Polizei konkret vor?
Mit den Einsätzen betraut ist unter anderem die "Task Force Hauptbahnhof". Das ist ein festes Team von Polizeibeamten, die zusammen mit dem Ordnungsdienst verstärkt Streife laufen, um Passanten Sicherheit zu vermitteln. Weiterhin sprechen sie konsequent jene Leute an, die offen Drogen nehmen oder Trinkgelage abhalten – etwa vor dem Übersee-Museum. Zudem rückt die Polizei seit Mitte Juli ungefähr einmal pro Woche zu einer Großaktion an.
Was haben die vielen Einsätze bislang gebracht?
Bei den letzten beiden Großkontrollen sind rund 70 Personen überprüft worden. Gefunden wurden dabei Drogen, Waffen und Bargeld. Ein Spürhund hat ein Drogen-Depot erschnüffelt und es wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Insgesamt stellten die Beamten 18 Strafanzeigen und erteilten 33 Platzverweise. Resümierend sagt die Polizei, dass es zumindest weniger Beschwerden über die Zustände am Hauptbahnhof gibt.

Von den Kontrollen und Streifen abgesehen ist die Fußgängerbrücke neben dem Hauptbahnhof für drei Monate gesperrt worden. Zum einen, weil diese ein Rückzugsort für Drogennutzer war. Zum anderen war sie ein Angstraum für Passanten, die über die Brücke die Straße queren wollten. Die Sperrung hat sich bewährt, sagen die Behörden. Davon soll auch das nahe Intercity-Hotel profitieren, das bislang stark unter der Junkie-Szene gelitten hat.
Und wie soll es jetzt weitergehen?
Bis die Zustände rund um den Bahnhofsvorplatz eingedämmt sind, ist es noch ein langer Weg. Aus diesem Grund gehen die täglichen Extra-Streifen und die wöchentlichen Groß-Kontrollen erstmal bis zum September weiter.

Eines der Ziele war auch, dass die Drogenszene zum Drogenkonsumraum in der Friedrich-Rauer-Straße abwandern sollte. Das scheint aber nicht so richtig zu klappen, wie auch die Polizei zugibt. Vielmehr handele es sich um eine "mühselige" Verlagerungsarbeit. Diese gelinge aber auch nicht allein mit Polizei und Ordnungsrecht, sagt das Innenressort. In jedem Fall bräuchten die Drogennutzer aber einen akzeptierten Aufenthaltsort neben den bestehenden Hilfsangeboten, damit sie einen Anlaufpunkt haben – und eben nicht am Bahnhof abhängen.

Drogen und Obdachlosigkeit: Wie ist die Situation am Bremer Bahnhof?

Bild: Polizei Bremen

Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 5. August 2022, 15:15 Uhr