Nationalspieler protestieren zum WM-Start gegen FIFA-Verbot

Die deutsche Nationalmannschaft hält sich beim Mannschaftsfoto vor dem Spiel gegen Japan die Hand vor den Mund als Zeichen von Protest.

WM-Debüt für Werders Füllkrug bei 1:2-Schlappe

Bild: Imago | Javier Garcia/Shutterstock

Die "One Love"-Armbinde durfte das DFB-Team bei der WM in Katar nicht tragen, daher setzte es ein Zeichen vor dem Anpfiff. Auch Innenministerin Nancy Faeser protestierte mit.

Während Werder-Stürmer Niclas Füllkrug erst einmal auf der Ersatzbank Platz nehmen musste und auf sein WM-Debüt wartet, haben seine Teamkollegen der deutschen Nationalmannschaft vor ihrem WM-Auftaktspiel gegen Japan ein starkes Zeichen gegen den Weltverband FIFA und dessen Verbotspolitik gesetzt.

Unmittelbar vor dem Anpfiff im Khalifa International Stadium von Ar-Rayyan stellte sich die deutsche Startelf zum Teamfoto auf – alle hielten sich dabei demonstrativ den Mund zu. Im Weltbild war die Aktion nur von der Seite zu sehen.

Der stumme Protest bleibt auf jeden Fall ohne Folgen. Das hat die FIFA nach Beratungen der Disziplinarkommission mitgeteilt.

"Menschenrechte sind nicht verhandelbar"

DFB-Präsident Bernd Neuendorf mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf der Tribüne, die die "One Love"-Armbinde trägt.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Gespräch mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die beim Spiel die "One Love"-Armbinde trägt. Bild: Imago | Matthias Koch

Vorausgegangen war eine tagelange Diskussion um die "One Love"-Binde. Die FIFA hatte den europäischen Nationen, deren Kapitäne die bunte Armbinde tragen wollten, mit Sanktionen gedroht. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), Bundestrainer Hansi Flick und die Politik reagierten empört. Neuer trug stattdessen am Mittwoch die von der FIFA vorgegebene "No Discrimination"-Binde, die gegen Diskriminierung jeder Art stehen soll.

"Wir wollten mit unserer Kapitänsbinde ein Zeichen setzen für Werte, die wir in der Nationalmannschaft leben: Vielfalt und gegenseitiger Respekt. Gemeinsam mit anderen Nationen laut sein. Es geht dabei nicht um eine politische Botschaft: Menschenrechte sind nicht verhandelbar", twitterte der Deutsche Fußball-Bund nach Spielbeginn. "Das sollte selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig. Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht."

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 23. November 2022, 16 Uhr