Ein Jahr Werner: Das waren die 10 besten Spiele unter dem Werder-Coach

Ole Werner wird nach dem Aufstieg von Clemens Fritz umarmt.

Ein Jahr Ole Werner bei Werder Bremen

Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Heute vor einem Jahr stellten die Bremer Ole Werner als Nachfolger von Markus Anfang vor. Der neue Coach entpuppte sich rasch als Glücksfall und brachte den Erfolg zurück.

Trotz der 1:2-Niederlage gegen RB Leipzig konnte Werder beruhigt in die WM-Pause gehen. Die Bremer liegen in der Bundesliga auf dem 9. Rang und weisen bereits sieben Punkte Vorsprung auf Rang 16 auf. Vor einem Jahr war die Lage an der Weser deutlich prekärer, denn Werder schien in der 2. Liga die Ziele vorzeitig aus den Augen zu verlieren. Bis am 28. November 2021 Ole Werner als neuer Coach übernahm. Zu seinem einjährigem Jubiläum blicken wir auf die zehn besten Werder-Spiele unter Werner zurück.

1 Das geglückte Debüt gegen Aue

Als Werner übernahm, herrschte bei Werder Tristesse. Die Impfpass-Affäre von Ex-Coach Markus Anfang hatte den Klub bis ins Mark getroffen. Sportlich hatten die Fans vor Saisonbeginn auf den direkten Wiederaufstieg gehofft, nach dem 15. Spieltag lagen die Bremer aber nur auf dem 10. Platz und wiesen bereits zehn Punkte Rückstand auf den 3. Rang auf.

Werder-Spieler Romano Schmid rutscht vor Freude über sein Tor auf den Knien über den Rasen.
Beim 4:0-Heimsieg gegen Aue erzielte Romano Schmid mit dem 1:0 sein erstes Tor für Werder. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Werner kam mit dem Ruf als talentierter Trainer an die Weser, wurde zunächst aber auch etwas skeptisch begutachtet. Schließlich hatte dieser mit Holstein Kiel einen Fehlstart in die Saison hingelegt und war bereits nach dem 7. Spieltag aufgrund ausbleibendem Erfolgs zurückgetreten. Deutlich besser lief es dann bei Werder. Im ersten Spiel gegen Erzgebirge Aue brachte Romano Schmid die Bremer schon in der 7. Minute per Distanzschuss in Führung. Milos Veljkovic legte akrobatisch mit einem "Scorpion Kick" zum 2:0 nach (19.), ehe Marvin Ducksch (53.) und Niclas Füllkrug (57.) das Ergebnis in die Höhe schraubten.

2 Versöhnlicher Jahresabschluss in Hannover

Unter Werner legte das Team zu Beginn eine Siegesserie hin und gewann beim 4:1 in Hannover auch das dritte Spiele unter dem neuen Coach. Obwohl die Hannoveraner zwischenzeitlich ausglichen, blieb Werders Sieg ungefährdet.

Marvin Ducksch beim Schuss aufs Hannoveraner Tor.
Gegen seinen Ex-Klub brachte Marvin Ducksch Werder in Führung. Bild: Imago | Nordphoto

Nachdem Ducksch im Hinspiel für Hannover noch in Bremen getroffen hatte, traf er nun für Werder in Hannover gegen seinen Ex-Klub zum 2:1 (51.) Für die weiteren beiden Treffer sorgten die beiden Verteidiger Anthony Jung (72.) und Marco Friedl (84.). Somit gingen die Bremer als Tabellensiebter in die kurze Winterpause. Viel wichtiger als die Platzierung war aber, dass der Rückstand auf den 3. Platz nur noch einen Punkt betrug.

3 "Das Wunder von der Pader"

Ömer Torpak jubelt mit Marvin Dusckh und Anthony Jung über sein Tor in Paderborn.
Kapitän Ömer Toprak traf in Paderborn zum 4:3 für Werder. Die Bremer blieben damit unter Ole Werner weiterhin ungeschlagen. Bild: Imago | Ulrich Hufnagel

Auch zu Beginn des neuen Jahres siegte Werder munter weiter und gewann auch gegen Fortuna Düsseldorf mit 3:0. Fast erwischte hätte es das Team aber beim SC Paderborn. In Ostwestfalen war der Tag der Traumtore, obwohl gleich drei Tore durch den Video-Schiedsrichter zurückgenommen wurden. Als Felix Platte in der 57. Minute zum 3:1 für die Paderborner traf, sah es nach der ersten Bremer Niederlage unter Werner aus.

Doch das Team gab nicht auf, drehte die Partie in alter Werder-Manier noch und sorgte somit für ein "Wunder von der Pader". Durch diesen Sieg am 20. Spieltag rückten die Bremer zum ersten Mal in der Saison auf den 3. Platz vor.

4 "Ducksch is on fire" – die Revanche im Derby

Im Hinspiel musste sich Werder beim 0:2 im Weser-Stadion gegen den HSV geschlagen geben. Das Rückspiel im Volksparkstadion am 24. Spieltag war ein echtes Spitzenspiel, denn Werder ging als Erster und der HSV als Zweiter in die Partie. Nach sieben Siegen in Serie hatten die Bremer zuvor beim 1:1 gegen den FC Ingolstadt zum ersten Mal unter Werner Punkte liegen gelassen.

Marvin Ducksch macht nach einem Tor gegen den HSV den Harlekin-Jubel.
Marvin Ducksch traf gegen den HSV beim Derbysieg gleich doppelt. Bild: Imago | Nordphoto

Beim Derby in Hamburg nahmen die Bremer jedoch die drei Punkte mit und bauten ihren Abstand auf den 4. Platz auf vier Punkte aus. Bei der Rückkehr ans Weserstadion empfingen viele Werder-Fans das Team und feierten gemeinsam mit diesem zum Song "Ducksch is on fire".

5 Schalke wird im Topspiel abgefertigt

Vor dem Spitzenspiel in Gelsenkirchen hatte Werder die Tabellenführung an Schalke verloren. Im Spitzenspiel am 31. Spieltag fertigten die Bremer die Schalker dann beim 4:1 ab.

Durch den Sieg rückte Werder wieder auf den 1. Platz, der allerdings nur einen Spieltag später nach dem 2:3 gegen Holstein Kiel wieder verloren ging.

6 Aufstiegsparty gegen Regensburg

Werder startete als Zweiter mit drei Punkten Vorsprung auf den auf dem 3. Platz liegenden HSV in den 34. Spieltag. Somit war klar, dass bereits ein Unentschieden gegen Jahn Regensburg reichen würde, um die Rückkehr in die Bundesliga klarzumachen. In den Tagen vor dem Spiel rissen sich die Fans um die Karten, alle wollten beim Aufstieg dabei sein. Zugleich stellte sich allerdings auch die Frage, ob die Nerven bei den Spielern halten würden. Schließlich hätte Werder im schlimmsten Fall sogar noch auf den 4. Platz abrutschen und stattdessen der HSV direkt aufsteigen können.

Ole Werner trinkt aus einem sehr großen Bierglas nach dem Aufstieg.
Wer aufsteigt, darf auch feiern: Hier gönnte sich Ole Werner nach der geschafften Rückkehr in die Bundesliga einen großen Schluck Bier. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Wirklich spannend wurde es am 15. Mai allerdings nicht mehr. Ein Treffer von Mitchell Weiser in der 7. Minute galt nicht, weil der Rechtsverteidiger im Abseits stand. Nur drei Minuten später ging ein strammer Schuss von Füllkrug ins Tor und sein Sturmkollege Ducksch erhöhte in der 53. Minute auf 2:0. Nach dem Abpfiff kam es zum obligatorischen Platzsturm im Stadion. Im Anschluss feierte das Team auf einem Truck, der an den jubelnden Fans vorbei über den Osterdeich fuhr, und danach bis spät in der Nacht in einer Bremer Discothek.

7 Gelungenes Bundesliga-Comeback

Vor dem Auftakt in die Saison wurde der VfL Wolfsburg unter seinem neuen Coach Niko Kovac durchaus hoch gehandelt, zu Beginn der Saison hakte es allerdings noch.

Werder als Aufsteiger fuhr als klarer Underdog zu den Niedersachsen, nahm beim 2:2 aber einen Punkt mit. Am Ende ärgerten sich die Bremer gar ein wenig über das Unentschieden.

8 Burkes erster großer Auftritt

Beim ersten Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart sah es lange nach einer Niederlage aus. Füllkrug traf mit einem tollen Kopfball nach einer Flanke von Jung zwar schon in der 4. Minute zum 1:0 für Werder, doch dann drehten die Schwaben die Partie. Mit einem trockenen Schuss aus der Distanz glich Wataru Endo zum 1:1 aus und in der zweiten Halbzeit tauchte Silas frei vor Keeper Jiri Pavlenka auf und traf zum 2:1.

Oliver Burke trifft zum 2:2 gege Stuttgart.
Das erste Tor für Werder: Oliver Burke glich gegen Stuttgart spät noch für die Bremer aus. Bild: Imago | Nordphoto

Aus Bremer Sicht schien es somit ein frustrierender Nachmittag zu werden, ehe zum ersten Mal die Stunde von Oliver Burke schlug. Der Schotte war im Sommer an die Weser gekommen, doch niemand vermochte so recht einzuschätzen, wie weit er dem Team wirklich weiterhelfen kann. Immerhin hatte er in den Jahren zuvor häufig den Klub gewechselt und nirgendwo so recht überzeugen können. Gegen die Stuttgarter kam er nach 84 Minuten ins Spiel und traf tief in der Nachspielzeit (90.+5) zum umjubelten Ausgleich.

9 Der komplette Wahnsinn gegen den BVB

Zum Spiel gegen Borussia Dortmund fuhr Werder als klarer Außenseiter ins Westfalenstadion und als Raphael Guerreiro in der 77. Minute zum 2:0 für den BVB traf, sah es nach einem sicheren Sieg des Vizemeisters über den Aufsteiger aus. Die Bremer machten zuvor zwar lange das Spiel, aber die Dortmunder eben die Tore.

Traube von Werder-Spielern, die mit Oliver Burke dessen Siegtreffer in Dortmund feiern und auf ihn springen.
Drei Tore in sechs Minuten: Nach der gedrehten Partie in Dortmund herrschte bei den Bremern Ekstase. Bild: Imago | Nordphoto

Dies änderte sich in den letzten Minuten allerdings noch, sodass die BVB-Spieler nach dem Abpfiff reichlich bedröppelt dastanden. Zunächst verkürzte Lee Buchanan auf 1:2 (89.), ehe Niklas Schmidt in der Nachspielzeit nach einer Flanke von Amos Pieper per Kopf das schon ausgiebig gefeierte 2:2 erzielte (90.+3). Doch damit nicht genug: Erneut kam die späte Showtime für Burke, der nach einem Steilpass von Weiser aufs BVB-Tor zulief und den Ball humorlos zum 3:2 für die Bremer ins Tor knallte. In nur sechs Minuten hatte Werder die Partie komplett gedreht.

10 Gala gegen Gladbach am Samstagabend

Die Werder-Angreifer Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch bejubeln einen Treffer gegen Gladbach.
Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch sorgten gegen die Gladbacher rasch für die Entscheidung Nach 13 Minuten stand es bereits 3:0. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Wenn das Flutlicht angeknipst wird, herrscht am Osterdeich immer ein fußballnostalgisches Ambiente. Am 8. Spieltag nutzte Werder dieses, um beim 5:1 gegen Borussia Mönchengladbach eine Gala wie in besten Zeiten abzuliefern. Die Gladbacher hatten zuvor in der Saison beim 1:1 gegen den FC Bayern und dem 3:0 gegen RB Leipzig schon einige Ausrufezeichen setzen können, kamen in Bremen aber komplett unter die Räder.

Werder brannte von Beginn an ein Feuerwerk ab und führte durch die beiden Treffer von Füllkrug (5. und 13.) und das Tor von Ducksch (8.) rasch mit 3:0. Für die Bremer war es in dieser Bundesliga-Saison der erste Heimsieg.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 28. November 2022, 14:42 Uhr