So hat Neuzugang Amos Pieper seinen Start bei Werder erlebt

Werder-Neuzugang Pieper: "Will jedes Spiel über 90 Minuten machen"

Bild: Radio Bremen

Beim Besuch im Sportblitz sprach Amos Pieper über seinen gelungenen Start bei Werder. Dabei verriet der 24-Jährige auch, bis wann er in Bremen unterschrieben hat.

Amos Pieper ist nach seinem Wechsel von Arminia Bielefeld an die Weser bei Werder direkt angekommen und hat sich einen Stammplatz in der Dreierkette geschnappt. Der Auftakt in die Saison ist mit acht Punkten aus den ersten fünf Spielen geglückt, doch die Bremer haben bereits zehn Gegentore kassiert. Pieper hat zudem schon drei Gelbe Karten gesehen und dürfte einige Male in dieser Saison ausfallen, wenn er diesen Takt beibehält. Über all dies hat der Innenverteidiger am Dienstag beim Besuch im Sportblitz gesprochen.

Herr Pieper, bisher standen Sie in jeder Partie in der Startelf. Wann hat Coach Ole Werner Ihnen die Stammplatzgarantie ausgesprochen?
Ich glaube, die habe ich immer noch nicht (lacht). Er betont auch immer wieder, dass er es Woche für Woche neu beurteilt und man in den Spielen und im Training Leistung bringen muss. Dementsprechend hat er mir das so noch nie gesagt, sondern immer nur ein bis zwei Tage vor dem Spiel wird es dann deutlich, ob man spielt.
Amos Pieper grätscht einem Bochumer den Ball ab
"Haben uns in alles reingeworfen": Gegen Bochum spielten Amos Pieper und Werder erstmals in dieser Saison zu Null. Bild: DPA | Malte Ossowski
Sie haben sich gegen einen namhaften Konkurrenten wie Niklas Stark durchgesetzt. Würden Sie ihm auch mal einen Startelfeinsatz gönnen? Oder muss er warten, bis Sie die fünfte Gelbe Karte gesehen haben?
Ich hoffe, dass das mit der fünften Gelben Karte wartet. Niklas wird sicherlich noch gebraucht werden, egal auf welcher Position. Wir sind ja alle recht flexibel einsetzbar in der Dreierkette. Ob es dann für mich oder wen anders ist, werden wir sehen. Für mich geht es natürlich darum, jedes Spiel am besten über 90 Minuten zu machen.
Drei Gelbe Karten nach fünf Spielen sind nicht unbedingt wenig. Wenn es so weitergeht, müssen Sie einige Male aussetzen. Haben Sie das schon im Kopf?
Ja, das stimmt, das sind sehr viele. Eigentlich bin ich ein Spieler, der immer mit sehr wenigen Gelben Karten ausgekommen ist. Ich glaube, letztes Jahr waren es zwei in 27 Spielen und davor hatte ich einmal fünf zum Ende der Saison.

Im Kopf habe ich das aber nicht, weil es auch nicht so war, dass ich viele Fouls benötige. Es war halt leider so, dass das eine Foul im Spiel dann auch zu einem Zeitpunkt war, an dem ein Schiedsrichter gerne mal Gelb gibt. Oder es war in einer Spielsituation, wo es an ein taktisches Foul grenzt. Dementsprechend war es dreimal völlig zurecht Gelb.

Ich glaube, wir könnten alle damit leben, wenn wir Spiele ein bisschen souveräner gestalten und eher entscheiden.

Werders Amos Pieper im sportblitz
Werder hat bisher vorne und hinten für Spektakel gesorgt. Ist Ihnen das manchmal ein bisschen zu viel?
Ich glaube, wir könnten alle damit leben, wenn wir Spiele ein bisschen souveräner gestalten und eher entscheiden. Das würde auch allen Fans diesen Puls am Ende ersparen. Andersherum ist es das schönste, was es gibt, wenn man so etwas erlebt wie in Dortmund. Aber für mich als Verteidiger müsste es nicht immer so sein, dass wir hinten so viele Dinger reinkriegen.
Ole Werner zeichnet sich dadurch aus, dass er häufig mit der selben Mannschaft spielt, speziell in der Dreierkette. Haben Sie die Spiele zuvor gebraucht, um in Bochum nun zu Null spielen? Oder gibt es gegen Augsburg wieder ein Torfestival?
Ob wir die jetzt gebraucht haben, weiß ich nicht. Hervorheben muss man, dass wir uns gegen Bochum in alles reingeworfen haben, um zu Null zu spielen. Aber was ich auch an der Stelle sagen möchte: Dafür, dass wir so viele Tore kassiert haben, haben wir relativ wenig zugelassen. Bis vor dem letzten Spieltag waren wir, glaube ich, die Mannschaft, die am viertwenigsten Torschüsse zugelassen hat. Dann zehn Gegentore zu schlucken, ist bitter, weil die immer irgendwie durchgerutscht sind. Dann haben wir uns gesagt, dass wir eben noch weniger zulassen müssen. Das hat dann in Bochum geklappt.
Haben sich Ihre Erwartungen an den Wechsel von Bielefeld nach Bremen bisher erfüllt?
Ja, mit allem drum und dran. Was mir von der Stadt, dem Verein und der Mannschaft erzählt wurde, war viel Positives – und so ist es bisher auch gekommen.
Sie haben bisher in der Jugend für den BVB und bei den Profis für Arminia Bielefeld und nun Werder gespielt. Was soll Ihr nächster Verein sein?
Ich habe für vier Jahre hier unterschrieben und bin froh, hier zu sein und darüber, dass es bei mir uns uns so gut läuft punktetechnisch. Bei allem anderen gibt es immer noch Luft nach oben.

(Das Interview führte Jan-Dirk Bruns. Aufgezeichnet wurde es von Karsten Lübben.)

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  • Jan-Dirk Bruns Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. September 2022, 18:06 Uhr