Timo Boll verdirbt Werder Bremen die Tischtennis-Party

Tischtennis-Legende Boll wird für Werder zum Spielverderber

Bild: Imago | Nordphoto

Volle Halle, große Erwartungen: Dennoch verlor Werder das Bundesliga-Duell gegen Rekordmeister Düsseldorf mit 0:3. Von Tischtennis-Legende Boll gab es jedoch viel Lob.

Es war alles angerichtet für die große Tischtennis-Party. Die Klaus-Dieter-Fischer-Halle in Bremen-Hastedt platzte am Donnerstag mit über 700 Zuschauern fast aus allen Nähten. Sie alle wollten das Bundesliga-Duell zwischen Werder Bremen und Borussia Düsseldorf sehen – und natürlich ihn: Tischtennis-Legende Timo Boll.

Und der ewige Boll, der in einer Woche 43 Jahre alt wird, enttäuschte nicht. Sehr zum Leidwesen von Werder und besonders Kirill Gerassimenko. Der Kasache hatte bei der Team-WM gerade zwei furiose Siege gegen Dimitrji Ovtcharov und Dang Qiu gelandet. Nur Ausnahmespieler Boll fehlt Gerassimenko in seiner Erfolgssammlung deutscher Topspieler noch – und es sollte auch im achten Anlauf wieder nicht sein.

Es ist frustrierend, Timo findet einfach immer eine Antwort. Ich war wieder dicht dran. Aber vielleicht habe ich mir auch zu viel Druck gemacht.

Werder-Profi Kirill Gerassimenko bei buten un binnen

Gerassimenko kann 9 Satzbälle nicht verwandeln

Werders Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko fokussiert den Ball bei der Aufschlagbewegung.
Werder-Profi Kirill Gerassimenko kassierte gegen Tischtennis-Legende Timo Boll seine achte Niederlage. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Druck war groß, als Gerassimenko an die Platte ging, denn da lag Werder bereits mit 0:2 zurück. Mattias Falck und Marcello Aguirre hatten ihre Matches verloren und so ging es gegen Boll um alles oder nichts. Gerassimenko legte mit viel Selbstvertrauen los und schnappte sich den ersten Satz mit 11:8.

Im zweiten Durchgang gelang dem Bremer weiter viel, er drängte Boll in die Defensive mit seinem aggressiven Spiel. Doch der Routinier kam wieder auf 9:9 ran, es wurde ein Nervenkrimi: Vier Satzbälle erspielte sich Gerassimenko – der letzte Punkt wollte einfach nicht gelingen. 13:14, plötzlich hatte Boll einen Satzball und er brauchte auch nur den einen. Statt 2:0 in den Sätzen für Gerassimenko stand es nun 1:1.

Boll: "Musste mein bestes Tischtennis zeigen"

Der dritte Satz wurde zum Déjà-vu für den Kasachen: Wieder kämpfte er verbissen um jeden Punkt und wieder entwickelten sich zum Teil spektakuläre Ballwechsel zwischen ihnen. Die Fans kamen voll auf ihre Kosten. Und Gerassimenko holte sich dieses Mal sogar fünf Satzbälle – aber wieder klappte der letzte Punkt einfach nicht. Boll hatte Glück, ein paar Kantenbälle hier und da. Wieder benötigte er aber nur eine Chance zum Satzgewinn. So geht Effektivität.

Danach hatte Boll seine Dominanz gefunden und spielte das Match souverän zu Ende zum 3:1-Sieg. Während sich Gerassimenko über seine vergebenen Chancen ärgerte, war Boll mehr als erleichtert über den hart erkämpften Sieg, der gleichzeitig den 3:0-Erfolg für Düsseldorf bedeutete.

3:0 hört sich klarer an, als es wirklich war. Auch mein Spiel gegen Kirill, da habe ich etwas Glück gebraucht und musste wieder mein bestes Tischtennis gegen ihn zeigen.

Düsseldorfs Tischtennis-Profi Timo Boll bei buten un binnen

Werder fehlte das Glück

Marcelo Aguirre schaut nachdenklich beim Spiel in Bad Königshofen.
Werders Marcelo Aguirre hatte Düsseldorfs Anton Källberg am Rande der Niederlage. Bild: Imago | Patrick Wichmann

Boll hatte noch mehr tröstende Worte für den geknickten Gerassimenko übrig: "Es hat nicht viel gefehlt. Gefühlt war es ein sehr enges Spiel. Respekt an Kirill, dass er so einen Schritt nach vorne gemacht hat und deutlich besser und aggressiver geworden ist als früher."

Warme Worte benötigten an diesem Abend auch Falck und Aguirre nach ihren Niederlagen. Aguirre hatte Düsseldorfs Nummer eins Anton Källberg am Rande der Niederlage gehabt, verlor aber noch mit 2:3. Im fünften Durchgang hatte sich Aguirre nach Rückstand und mit den Fans im Rücken wieder herangekämpft – aber auch er hatte unglückliche Kantenbälle gegen sich.

Gegen ein Team wie Düsseldorf hätten wir heute auch ein bisschen Glück gebraucht, aber das hatten wir nicht. Es war wieder kein schlechter Auftritt von uns, aber es hat nicht gereicht.

Werder-Coach Cristian Tamas bei buten un binnen

Aufarbeiten können die Bremer diese Niederlage bereits am Freitag während der fünfstündigen Autofahrt nach Mainz. Am Samstagabend um 19 Uhr steht dort die nächste Partie an und der Druck im Kampf um die Playoffs ist für Werder nicht geringer geworden. "Noch ist für uns nichts verloren", machte sich auch Falck Mut, "in der Liga ist es so eng, aber vier Spiele müssten wir für Platz vier wohl noch gewinnen. Umso wichtiger ist ein guter Auftritt von uns in Mainz."

SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf 0:3

Mattias Falck – Kay Stumper 1:3 (10:12, 11:13, 11:4, 7:11)
Marcelo Aguirre – Anton Källberg 2:3 (9:11, 11:9, 7:11, 11:7, 6:11)
Kirill Gerassimenko – Timo Boll 1:3 (11:8, 13:15, 11:13, 7:11)

Spielplan

Datum Uhrzeit Heim Gast Ergebnis
04.04.2024 19:00 Uhr
TTF Liebherr Ochsenhausen Ochsenhausen
Borussia Düsseldorf Düsseldorf
Ergebnis: 2 zu 3
14.04.2024 13:00 Uhr
TTC Schwalbe Bergneustadt Bergneustadt
SV Werder Bremen Bremen
Ergebnis: - zu -
15.04.2024 19:00 Uhr
1. FC Saarbrücken Saarbrücken
TTC Zugbrücke Grenzau Grenzau
Ergebnis: - zu -
20.04.2024 17:00 Uhr
TSV Bad Königshofen Bad Königshofen
Post SV Mühlhausen Mühlhausen
Ergebnis: - zu -
25.04.2024 19:00 Uhr
1. FSV Mainz 05 Mainz 05
ASV Grünwettersbach Grünwettersbach
Ergebnis: - zu -

Tabelle

# Mannschaft Begegnungen Siege Niederlagen Spiele Differenz Punkte
1
1. FC Saarbrücken Saarbrücken
17 15 2 47:17 30 30 : 4
2
Borussia Düsseldorf Düsseldorf
18 13 5 46:26 20 26 : 10
3
TSV Bad Königshofen Bad Königshofen
18 11 7 36:34 2 22 : 14
4
SV Werder Bremen Bremen
18 9 9 34:35 -1 18 : 18
5
TTC Schwalbe Bergneustadt Bergneustadt
17 8 9 33:32 1 16 : 18
6
TTC Zugbrücke Grenzau Grenzau
17 8 9 30:36 -6 16 : 18
7
Post SV Mühlhausen Mühlhausen
17 8 9 29:36 -7 16 : 18
8
ASV Grünwettersbach Grünwettersbach
17 7 10 33:37 -4 14 : 20
9
TTF Liebherr Ochsenhausen Ochsenhausen
18 7 11 35:37 -2 14 : 22
10
TTC Fulda-Maberzell Fulda-Maberzell
18 6 12 31:42 -11 12 : 24
11
1. FSV Mainz 05 Mainz 05
17 4 13 24:46 -22 8 : 26

Legende:

  • Playoffs
  • Abstieg

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Autorin

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 1. März 2024, 18:06 Uhr