Tödliches Blei – Seeadler im Landkreis Cuxhaven vergiftet

Immer wieder sterben im Kreis Cuxhaven Seeadler an einer Vergiftung. Schuld ist offenbar Munition – die aber eigentlich für andere Tiere gedacht ist.

Ein Seeadler auf dem Wasser
Viele Seeadler gibt es an der Küste von Bremerhaven bis Cuxhaven. Drei sind in den letzten Jahren an Bleivergiftung gestorben. Bild: DPA | Jonathan Carlile

Schon zum dritten Mal in den vergangenen Jahren ist im Landkreis Cuxhaven jetzt ein Seeadler an Bleimunition gestorben – allerdings anders, als man denkt: Der Vogel wurde nicht etwa erschossen, sondern durch Blei vergiftet. Er hatte Aas von Tieren gefressen, die ihrerseits von Jägern erschossen worden waren. Das Blei in ihrem Körper war das tödliche Gift.

"Bei Seeadlern reichen schon kleine Mengen Blei aus, um sie zu vergiften", erklärt Klaus Meyer. Er leitet die Wildtier-Auffangstadtion in Rastede. Dorthin wurde das verletzte Tier aus dem Kreis Cuxhaven zunächst gebracht, dort starb es dann auch. "Blei kann von Seeadlern nicht verdaut oder ausgeschieden werden", so Meyer weiter. Es reichert sich im Körper an und stört dann die Blutbildung – bis die Tiere sterben.

Blei eine häufige Todesursache bei Seeadlern

Hans-Joachim Ropers
Hans-Joachim Ropers vom Nabu Cuxhaven. Bild: Ropers

Naturschützer fordern schon seit langem Bleimunition zu verbieten. "In Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Baden-Württemberg ist das auch schon so", sagt Hans-Joachim Ropers vom Naturschutzbund (Nabu) in Cuxhaven. In Niedersachsen gelte das Verbot bisher aber nur für die staatlichen Wälder. "Die Industrie muss bleifreie Munitions-Alternativen verbessern", fordert Ropers.

Doch das ist offenbar nicht ganz leicht. "Bleimunition ist im Moment noch am effektivsten", sagt Lüder Steinberg, der Vorsitzende der Jägerschaft Wesermünde-Bremerhaven. Getroffene Tiere würden durch Blei schneller und schmerzfrei sterben. "Trotzdem wünschen wir uns Alternativen, um die Seeadler besser zu schützen", betont Steinberg.

Das würde auch Klaus Meyer von der Wildtier-Station in Rastede freuen. Er kennt Fälle wie die der Cuxhavener Seeadler: "Bleivergiftung ist die häufigste nicht natürliche Todesursache bei Seeadlern." Er weiß aber auch, wie man schon jetzt etwas verbessern könnte. Das Problem sei nämlich nicht nur das Blei in toten Tieren. "Oft werden die erschossenen Kadaver nicht fachgerecht vergraben. Erst so können die Seeadler sie finden und fressen."

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier läuft, 1. Februar 2019, 12.40 Uhr