Ausschreibung für neues Forschungsschiff "Polarstern II" gestoppt

  • Bund stoppt Ausschreibung "aus rechtlichen Gründen"
  • Das Verfahren hatte bereits vier Jahre gedauert
  • Forscher kritisieren langsame Ausschreibung seit langem
Die Polarstern im Eis
Die Polarstern ist derzeit am Nordpol im Dienst. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Stefanie Arndt

Die Ausschreibung für den Neubau des Bremerhavener Polar-Forschungsschiffes "Polarstern" muss aus rechtlichen Gründen abgebrochen werden. Das teilte das Bundesforschungsministerium am Freitag mit. Laut Ministerium genügten die Ergebnisse des bisherigen Vergabeverfahrens nicht den "gegenwärtigen Anforderungen an eine langfristige, leistungsfähige und wirtschaftliche Investition in notwendige Infrastruktur." Die Ausschreibung hatte bereits 2016 begonnen und lief unter Federführung des Bundes, der Eigentümer der "Polarstern II" wird.

Die in der Ausschreibung beschriebene Technik ist mittlerweile offenbar überholt. Wissenschaftler hatten mehrfach kritisiert, dass die Ausschreibung zu lange dauere. Schon jetzt liegt der Wartungsaufwand der Polarstern laut AWI bei 10 Millionen Euro im Jahr – Reparaturen häuften sich. Außerdem müsse das neue Schiff über einen besseren Rumpf verfügen, um weiter ins Eis vordringen zu können.

Hintergrundgespräch in Berlin

Das Institut werde alles daran setzen, zusammen mit dem Ministerium so schnell wie möglich eine neue Ausschreibung zu bekommen, sagte AWI-Chefin Antje Boetius am Freitagnachmittag nach einem Gespräch mit dem zuständigen Ministerium in Berlin. So lange müsse das alte Schiff gut gepflegt werden.

Die "Polarstern" ist seit 1982 im Dienst. Auch sie gehört dem Bund, wird aber vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) betrieben und ist derzeit im Rahmen der Polarexpedition "Mosaic" am Nordpol im Einsatz. Der Reedervertrag mit diesem Schiff läuft noch bis 2024.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 14. Februar 2020, 13 Uhr