Gefährdete Pracht im Museumshafen: Die "Seute Deern" ist nicht allein

Der Bremerhavener Museumshafen ist durch die "Seute Deern" bekannt. Doch dort gibt es viele weitere Exponate. Welche sind das? Und sind sie auch in Gefahr?

Die "Rau" im Museumshafen Bremerhaven
Der Walfänger "Rau IX" ist eines der größten Exponate im Museumshafen.

Die Geschichte der "Seute Deern" geht definitiv zu Ende: In seinem 100. Geburtstagsjahr wurde das Abwracken des Traditionsseglers beschlossen. Damit verliert der Bremerhavener Museumshafen am Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) sein wohl wichtigstes Exponat.

Aber nicht das einzige: 29 Exponate – vom Walfänger bis zum Wasserstandsanzeiger – verzeichnet der Katalog des Museums für sein Außenmuseum. Sie alle gehören zum Stiftungsvermögen des DSM – und das Museum ist per Satzung zum Unterhalt verpflichtet.

Finanziell kann das Haus den Unterhalt aber nicht leisten, das hat Chefin Sunhild Kleingärtner immer wieder klar gemacht. Schon bei der Bergung der abgesunkenen "Seute Deern" konnte sich das Museum finanziell nicht beteiligen, auch die Sanierung hätten Bund, Land und Stadt alleine bezahlen müssen.

Investitionen stehen aber auch bei anderen Exponaten an. Die nächsten teuren Kandidaten könnten der historische Drehkran neben der "Seute Deern" sein, dessen Fuß so durchgerostet ist, dass man hindurchschauen kann. Auch das Feuerschiff "Elbe 3" ist seit mehr als zehn Jahren für Besucher gesperrt. Das Museum hatte zunächst versucht, es selbst zu restaurieren, gab aber bald wieder auf.

Kosten für Sanierung und Betrieb werden ermittelt

Eine Frau blickt nachdenklich in die Ferne.
Musems-Chefin Sunhild Kleingärtner Bild: DPA | Ingo Wagner

Die Museumsschiffe werden derzeit begutachtet. Für alle sollen so die Kosten für eine mögliche Sanierung und die Ausgaben für die laufende Erhaltung ermittelt werden. Woher dieses Geld dann kommen soll, weiß aber niemand. Das Geld, das durch die entfallene Sanierung der "Seute Deern" gespart wird, kann dafür jedenfalls nicht genutzt werden: "Das sind Gelder, über die nicht so einfach verfügt werden kann. Da bedarf es jetzt der Abstimmung. Zunächst einmal sind die Gelder allerdings objektbezogen bewilligt worden, nicht institutionell", sagte Sunhild Kleingärtner zu buten un binnen.

In den Museums-Etat wird also kein Cent zusätzlich für die Museumsflotte fließen. Dort steht bis auf Weiteres der selbe Kostenansatz für das Außengelände mit seinen 29 Exponaten: gerade mal 20.000 Euro – pro Jahr.

Autor

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. Oktober, 13:00 Uhr