Zu wenig Treibstoff: Crew-Wechsel bei Arktis-Expedition verzögert sich

  • Dichtes Meereis verzögert den Wechsel der Mannschaft des "Mosaic"-Projekts
  • Versorgungs-Eisbrecher hat auf der Hinfahrt zu viel Sprit verbraucht
  • Bremerhavener AWI sieht aber weder Expedition noch Personal in Gefahr
Zwei Eisbrecher liegen nebeneinander zwischen Eisschollen im Meer.
Die Polarstern (links) und einer der Versorgungseisbrecher in der Arktis. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Esther Horvath

Der Austausch der Mannschaft bei der Arktis-Expedition "Mosaic" verzögert sich. Wie der Fahrtleiter Christian Haas am Montag der Deutschen Presseagentur sagte, komme der Versorgungseisbrecher "Kapitän Dranitsyn" kaum vorwärts. "Das Meereis ist bis zu 160 Zentimeter dick, es gibt wenig offene oder dünne Stellen", erklärte Haas.

AWI ist vorbereitet

Dazu komme, dass der Eisbrecher wegen des hohen Energieverbrauchs im Eis nicht mehr genügend Kraftstoff für die Rückfahrt habe. Das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) suche laut einem Sprecher nun nach Lösungen, mehrere für solche Situationen bereits vorbereitete Optionen würden überprüft. Das AWI sieht aber weder die Expedition noch das Personal in Gefahr.

Forscher untersuchen Klima in der Arktis

Die Expedition "Mosaic" gilt als größte Arktis-Expedition aller Zeiten. Seit September 2019 lässt sich das AWI-Schiff "Polarstern" vom Nordpolar-Eis mittreiben. Die Expedition soll 390 Tage dauern, Wissenschaftler aus 20 Nationen erforschen in dieser Zeit die Klimaprozesse der zentralen Arktis. Das Team wird etwa alle drei Monate ausgetauscht. Für Versorgung und Personaltransporte wird eine internationale Flotte von Eisbrechern, Helikoptern und Flugzeugen eingesetzt.

Forscher berichtet von AWI-Expedition im ewigen Eis

Video vom 17. Januar 2020
Zelte der AWI-Expedition in einer dunklen Polarnacht. Im Hintergrund sieht man das Forschungsschiff.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 24. Februar 2020, 17 Uhr