Coronavirus – das sollten Sie jetzt wissen

Wie kann ich mich gegen das Virus schützen? Welche Symptome gibt es? Die wichtigsten Informationen rund um das Coronavirus.

Landesflagge von Deutschland, daneben eine Computervisualisierung des Coronavirus.
Bild: Reuters/NEXU Science Communication | Radio Bremen

Jeden Tag gibt es neue Informationen rund um die Entwicklungen zum Coronavirus in Bremen und Bremerhaven – doch fast alle Beiträge sind auf Deutsch. Auf dieser Seite erweitern wir unser Angebot und übersetzen die wichtigsten Informationen in die Sprachen, die neben Deutsch am häufigsten in Bremen gesprochen werden.

1. Welche Symptome treten bei einer Infizierung auf?

2. Ich befürchte, mich mit dem Coronavirus infiziert zu haben – was mache ich?

3. Wo finde ich Corona-Ambulanzen?

4. Was soll man tun, wenn man Schnupfen oder Anzeichen für eine Erkältung bekommt?

5. Wie wird das Coronavirus übertragen?

6. Kann man sich gegen das Coronavirus impfen lassen?

7. Kitas und Schulen sind geschlossen. Kann ich als Arbeitnehmer zu Hause bleiben, um meine Kinder zu betreuen?

8. Für welche Berufsfelder gilt die Notbetreuung in Kitas oder Schulen?

9. Kann ich meine Kinder auch zu den Großeltern in die Betreuung geben?

10. Dürfen sich Kinder und Teenager mit Freunden treffen oder Sport treiben?

11. Wird eine Veranstaltung abgesagt, bekomme ich mein Geld zurück?

1 Welche Symptome treten bei einer Infizierung auf?

Die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit "Covid-19" führt bei bisherigen Infektionen meist zu verschiedenen Atemwegsproblemen und grippeähnlichen Symptomen. Betroffene leiden an Fieber und Atemproblemen. Das Robert-Koch-Institut nennt explizit Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber als Symptome. Einige Betroffene leiden demnach auch an Durchfall. Experten schätzen, dass rund 80 Prozent der Coronavirus-Infektionen mild verlaufen, also ähnlich einer Erkältung.

2 Ich befürchte, mich mit dem Coronavirus infiziert zu haben – was mache ich?

Wer unter Fieber, Husten oder Atemwegserkrankungen leidet und Kontakt zu erkrankten Personen hatte, sollte folgendermaßen vorgehen: Als Erstes sollten Betroffene telefonisch Kontakt zu ihrem Hausarzt aufnehmen. Auf keinen Fall sollten sie direkt in die Praxis oder die Corona-Ambulanz gehen. Ist die Hausarztpraxis geschlossen, können sich Betroffene unter der Telefonnummer 116 117 an den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Der Arzt entscheidet, ob ein Test oder eine häusliche Isolation nötig ist.

3 Wo finde ich Corona-Ambulanzen?

Corona-Ambulanzen sind die zentralen Anlaufstellen für Menschen mit Überweisungsschein vom Arzt.

In Bremen:

Messezentrum:

Findorffstraße 101

Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 14 Uhr

Klinikum Bremen-Ost:

Züricher-Straße 40

Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr

In Bremerhaven: Dr.-Franz-Mertens-Straße 4

Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 14 Uhr

4 Was soll man tun, wenn man Schnupfen oder Anzeichen für eine Erkältung bekommt?

Gerade sind Erkältungs- und Grippeviren im Umlauf. Nicht jeder Halsschmerz oder Husten deutet auf das Coronavirus hin. Allerdings ist es ratsam, sich telefonisch mit dem Hausarzt in Verbindung zu setzen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

5 Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus wird als Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Vor allem Händekontakt, Anhusten, Sekrete oder Schnupfen können die Viren übertragen. Es gibt Belege dafür, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch stattgefunden hat. Dabei wiesen die Überträger zum Teil keine Beschwerden auf. Eine Infektion über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie zum Beispiel importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, gilt Experten zufolge als unwahrscheinlich.

6 Kann man sich gegen das Coronavirus impfen lassen?

Nein. Für das Coronavirus Sars-CoV-2 ist bislang kein Impfstoff verfügbar. Dies liegt auch daran, dass es mit den üblichen Grippeviren nichts zu tun hat. Stattdessen zählt es zur Familie der Coronaviren und stammt vermutlich aus dem Tierreich, bevor es erstmals auf Menschen übertragen wurde. An einer entsprechenden Impfstoff-Entwicklung wird jedoch geforscht. Ein erster Impfstoff könnte in einigen Monaten gefunden werden. Bis dieser aber weltweit verfügbar ist, dürften Experten zufolge ein bis zwei Jahre vergehen. Kitas und Schulen sind geschlossen.

7 Kann ich als Arbeitnehmer zu Hause bleiben, um meine Kinder zu betreuen?

Grundsätzlich müssen Beschäftigte die Betreuung des Kindes selbst sicherstellen, einfach zu Hause bleiben geht also nicht. "Auf jeden Fall sollten Eltern mit dem Arbeitgeber sprechen und nach Lösungen suchen", sagt Kaarina Hauer, Rechtsexpertin der Arbeitnehmerkammer. Vielleicht lasse sich im Homeoffice arbeiten oder das Kind könne mit zur Arbeit kommen. Im Einzelfall kann die gesetzliche Regelung greifen, wonach das Gehalt dann weitergezahlt wird, wenn man für vorübergehend kurze Zeit ohne Verschulden der Arbeit fernbleibt. Dann aber darf auch wirklich keine andere Betreuungsmöglichkeit bestanden haben. Zudem muss geprüft werden, ob dieser Fall nicht im Arbeits- oder Tarifvertrag ausgeschlossen ist und daher nicht greift.

8 Für welche Berufsfelder gilt die Notbetreuung in Kitas oder Schulen?

Der Bremer Senat hat in der Coronakrise die Ausweitung der Notbetreuung beschlossen. Betreut werden können Kinder von Beschäftigten, die beide in den unten genannten Bereichen tätig sind und keine anderen Betreuungsmöglichkeiten haben. Das gilt auch für Alleinerziehende, die in folgenden Bereichen arbeiten:

- Gesundheitswesen inkl. Rettungsdienst sowie alle, die zur Aufrechterhaltung der Funktion des Gesundheitswesens notwendig sind, wie Reinigungs- und Verwaltungspersonal sowie sonstiges Personal in Arzt- und Zahnarztpraxen, Laboren, Beschaffung, Apotheken, Arzneimittel- und medizinische Produktehersteller

- Feuerwehrkräfte

- Vollzugsdienst der Polizei, Katastrophenschutz

- Personal, das die Notversorgung in Kita und Schule sichert

- Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Energie, Abfall)

- Justiz (Gerichte, Staatsanwaltschaft, Strafvollzug)

- stationäre Betreuungseinrichtungen (z. B. Hilfen für Erziehung)

- ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen

- Informationstechnik und Telekommunikation, insbesondere Einrichtungen zur Entstörung und Aufrechterhaltung der Netze

- Ernährung

- Hygiene (Produktion, Groß- und Einzelhandel) inklusive Zulieferung und Logistik

- Transport und Verkehr

- Finanzen – ggf. Bargeldversorgung, Sozialtransfers

- Öffentliche Behörden von Bund, Land, Kommunen und Sozialversicherungen

- Medien

9 Kann ich meine Kinder auch zu den Großeltern in die Betreuung geben?

Nein, denn mit dem Alter steigt das Risiko, an einer Corona-Infektion zu sterben. Deshalb sollten sich derzeit insbesondere ältere Personen schützen. Deutschlands bekanntester Corona-Experte Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, fordert, dass das Sozialleben aller über 65-Jährigen für einige Monate quasi aufhören muss und der Kontakt zur Außenwelt möglichst reduziert wird. Das bedeutet: keine Vereinstreffen, keine Besuche der Kinder und vor allem kein Hüten der Enkelkinder. Auch die Alten- und Pflegeheime im Land Bremen sind dabei, den Außenkontakt ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu reduzieren.

10 Dürfen sich Kinder und Teenager mit Freunden treffen oder Sport treiben?

Im Allgemeinen gilt: Das soziale Leben sollte so weit wie möglich eingeschränkt werden. Wenn es unbedingt sein soll, dann sollten Treffen lieber in kleineren Gruppen stattfinden und stets mit Kindern, die keine Symptome aufweisen. Problematisch bleibt, dass Corona-Infektionen asymptomatisch verlaufen können und nicht immer sofort erkennbar sind. Städtische und private Sportanlagen bleiben sowieso bis zum Ende der Osterferien geschlossen.

11 Wird eine Veranstaltung abgesagt, bekomme ich mein Geld zurück?

Wer bereits Eintrittskarten für eine Veranstaltung gekauft hat, hat gute Chancen, sein Geld zurückzubekommen: Laut Verbraucherzentrale Bremen haben Kartenbesitzer einen Anspruch auf Rückerstattung des Eintrittsgeldes. Begründung: Der Veranstalter kommt seiner Leistungspflicht nicht nach. Auch wenn das in diesem Fall nicht sein eigenes Verschulden ist. Deshalb: Unbedingt das Originalticket aufheben. Ansprechpartner für Ansprüche sind in diesem Fall entweder der Veranstalter oder aber die Vorverkaufsstelle, bei der das Ticket gekauft wurde.

Informationen in verschiedenen Sprachen:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. März 2020, 19:30 Uhr