Zurück von der eisigen Suche nach sich selbst

Einen Monat waren drei Bremerhavener Filmemacher in der Antarktis unterwegs. Nun sind sie zurück – mit 110 Stunden Filmmaterial und nach einem Horrortrip durch den argentinischen Zoll.

Offen für alles waren Tim David Müller-Zitzke, Dennis Vogt und Michael Ginzburg im November gestartet, um mit Hilfe mehrerer Sponsoren "Projekt: Antarktis" zu realisieren. Es soll eine Mischung aus cineastischem Naturfilm und Video-Reiseblog werden – und auch eine Reise der Macher nach sich selbst. Der Streifen soll im Herbst 2018 in die Kinos kommen.

Nun haben die Männer 110 Stunden Filmmaterial im Kasten und einige Erfahrungen mehr im Gepäck. "Das Krasseste war das Wetter", sagt Dennis Vogt, denn das sei vollkommen unberechenbar gewesen.

Immer wieder haben wir aufgebaut und gleich wieder eingepackt, wenn der Regen von allen Seiten kam und aus dem Wind ein Blizzard wurde.

Filmemacher Dennis Vogt

Da genügte dann auch akribischte Vorbereitung nicht immer. "Man kann soviel Helikopter-Benzin bereithalten, wie man will – wenn der Heli wegen Sturm nicht starten kann, hilft das auch nichts", erzählt Michael Ginzburg.

Vier Tage Zwangspause beim argentinischen Zoll

Ein Riesen-Problem bescherte den drei Filmemachern aber nicht nur die machtvolle Natur der Antarktis. Als ernsthaftestes Hindernis erwies sich vielmehr die menschliche Bürokratie. "In Buenos Aires saßen wir vier Tage beim Zoll fest", erzählt Michael Ginzburg noch immer sichtlich genervt, "obwohl wir und ein Agent alles akribisch und korrekt vorbereitet hatten." Sie wussten in diesen Tagen nicht, ob sie ihre technische Ausrüstung überhaupt in die Antarktis bekommen würden.

Premiere in Bremerhaven geplant

Am Ende klappte es dann aber doch: "Das wurde dann sogar zu einem Teil der Film-Story", sagt Michael Ginzburg. Trotz oft schwieriger Bedingungen kam filmisch mehr als genug zusammen. "Nun freuen wir uns auf die Produktion", sagt Dennis Vogt. Wenn alles klappt, ist am 1. Oktober 2018 Premiere, und zwar in Bremerhaven, wo alles begann.

Und das ist auch eine Erkenntnis von uns: dass man solche Filmprojekte in dieser Stadt starten kann – und nicht nur in Los Angeles.

Michael Ginzburg
  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 15. Dezember 2017, 11:50 Uhr