Bremer Sportwettbüros bleiben vorerst geschlossen

Ein Bildschirm, auf dem man Sportwetten abschließen kann.
Sportwetten gelten ab Samstag in Bremen als illegales Glücksspiel, wenn benötigte Nachweise nicht nachgereicht werden. Bild: DPA | Dimitri Drofitsch
  • Wettbüros können bis Mitternacht erforderliche Unterlagen einreichen
  • In 19 Fällen wurden bereits Unterlagen eingereicht
  • Wettbüros müssen aber neues Genehmigungsverfahren durchlaufen


Die Sportwettbüros in der Stadt Bremen bleiben vorerst weiter geschlossen. Das hat das Bremer Innenressort heute mitgeteilt. Bis Mitternacht haben Veranstalter und Betreiber noch Zeit, fehlende Unterlagen einzureichen. Doch selbst wenn sie das machen, dürfen die Wettbüros zunächst nicht wieder öffnen. Sie müssen erst ein neues Genehmigungsverfahren durchlaufen, so das Innenressort.

Bremen verlangt Nachweise, wie die Gründung der einzelnen Sportwettbüros finanziert wurde. Damit soll mögliche Geldwäsche ausgeschlossen werden. Das Innenressort hatte bereits vor längerer Zeit Veranstalter und Betreiber aufgefordert, entsprechende Nachweise einzureichen – mit mäßigem Erfolg. Bremen hatte deshalb den Betrieb der 24 Sportwettbüros in der Stadt nicht mehr genehmigt. Sie gelten jetzt als illegal. Die Veranstalter und Betreiber hatten deshalb alle Sportwettbüros in der vergangenen Woche geschlossen.

Neues Genehmigungsverfahren erforderlich

Nach Angaben des Innenressorts wurden inzwischen Unterlagen für 19 Sportwettstellen nachgereicht. Die Nachweise für drei Wettbüros fielen nach erster Bewertung positiv aus. Ähnlich sehe es bei einer Sportwettstelle am Hauptbahnhof aus. Bei 15 weiteren Stellen gebe es zwar Unterlagen, eine Vorprüfung sei jedoch noch nicht möglich gewesen. Das Innenressort weist darauf hin, dass mit den Unterlagen ein neues Genehmigungsverfahren begonnen habe. Solange dies laufe, müssten die Wettstellen geschlossen bleiben. Das Ordnungsamt und die Fachaufsicht wollten jedoch zügig entscheiden, teilt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) mit.

Im Fall eines Sportwettbüros sei ein Antrag wegen mangelnder Zuverlässigkeit abgelehnt worden. "Der Betreiber hatte eine langjährige kriminelle Karriere, die in der Gesamtschau keine positive Prognose versprach", heißt es aus dem Ressort.

In Bremerhaven werden die Anträge für fünf Sportwettbüros noch geprüft. Vier von fünf Stellen seien derzeit noch geöffnet, heißt es aus dem Ressort. Der Fünften wurde die Erlaubnis verweigert, weil sie gleichzeitig Sportwetten und Pferdewetten angeboten haben soll, was verboten ist.

Sportwettverbände werfen Innenressort Rufschädigung vor

Betreiber und Sportwettverbände hatten in den vergangenen Tagen dem Bremer Innenressort Rufschädigung vorgeworfen und angekündigt, gerichtlich dagegen vorgehen zu wollen. Fünf Klagen sind bereits eingereicht, so das Innenressort. Innensenator Mäurer weist die Vorwürfe zurück.

Wenn eine Branche nachweislich für das Waschen schmutziger Gelder aus Drogen- und Menschenhandel missbraucht wird, dann ist es nicht nur legitim, sondern zwingend notwendig, vorzubeugen und genau hinzuschauen.

Ulrich Mäurer, Innensenator (SPD)

Wettbüros vor dem Aus: Bremer Innensenator kündigt Schließungen an

Bild: DPA | Sina Schuldt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. August 2022, 13 Uhr