Nach DHL-Streik: Paket-Zustellung kann noch dauern

  • Mindestens 13.000 Pakete blieben am Nikolaustag liegen
  • Gewerkschaft will höhere Löhne durchsetzen
  • Heute wird in Hannover gestreikt
Demonstranten mit Verdi-Fahnen vor einem Postgebäude

Nachdem in Bremen der Paketdienst DHL am Mittwoch bestreikt wurde, blieben Pakete liegen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) schätzt, dass mindestens 13.000 Sendungen nicht ausgeliefert werden konnten. Die Zustellung dieser Pakete kann auch nach dem Streik noch ein paar Tage dauern. Da weiter verhandelt wird, schließt Ver.di auch für die weiteren Tage Streiks nicht aus.

Betroffen vom Streik waren die beiden Depots der Tochterfirma DHL Delivery im Güterverkehrszentrum (GVZ) und in Gröpelingen. Dort legten insgesamt etwa 60 Beschäftigte den ganzen Tag die Arbeit nieder.

Post drückt mit Regionalgesellschaften den Lohn

DHL hatte die Paketboten vor einigen Jahren in die DHL Delivery ausgelagert. Während die Hauptbeschäftigten bei DHL nach dem Haustarif der Post bezahlt werden, bekommen die Paketzusteller nur den (niedrigeren) niedersächsischen Flächentarif. Über diesen Flächentarif wird gerade in den Tarifverhandlungen gestritten. Im bundesweiten Vergleich schneidet er äußerst schlecht ab. Vor der fünften Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag will Ver.di mit dem Warnstreik – in der Vorweihnachtszeit – den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Bisher haben die Unternehmen 2,4 Prozent mehr Geld ab 1. Januar 2018 angeboten. Das Jahr darauf soll es noch einmal 2,1 Prozent mehr geben. Ver.di ist das deutlich zu wenig. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr und einen insgesamt neuen Tarifvertrag.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 6. Dezember 2017, 8 Uhr