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Woltmershausen: Vom Industrieviertel zum ruhigen Wohngebiet

Woltmershausen war ehemals Wohnquartier für Mitarbeiter der dortigen Fabriken. Doch inzwischen befindet sich der Stadtteil mitten im Wandel.

Stadtteilcheck

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1 Die Menschen und das Leben in Woltmershausen

Früher war Woltmershausen für ein wenig geliebtes Wahrzeichen bekannt: den Gasometer, der mit seinen 83 Metern Höhe über dem Stadtteil türmte. 1984 wurde er abgebaut. Heute wird Woltmershausen eher mit dem Lankenauer Höft oder der ehemaligen Zigarettenfabrik in Verbindung gebracht.

Eine Insel liegt in der Weser.
Das Lankenauer Höft soll ein Ort zum Feiern und Verweilen werden. Bild: DPA | Titus E. Czerski / CHROMORANGE

Das erste ist ein Landstreifen an der Weser. Ende April wurde ein neuer Besitzer bekanntgeben: eine Bietergemeinschaft um den Bremer Unternehmer Theo Bührmann. Geplant sind dort Gastronomie und Veranstaltungen. Die Zigarettenfabrik war hingegen in den 20er Jahren die größte Tabakfabrik Europas. Im Betrieb von Martin Brinkmann wurden damals Zigaretten produziert. Am Standort in Bremen, der teilweise 2.000 Mitarbeiter beschäftigte, wurde die Produktion mit der Zeit verkleinert und 2014 stillgelegt. Die Pläne für die Weiternutzung waren in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand von öffentlichen Debatten.

Vom ehemaligen Industrieviertel ist heute nicht mehr viel übrig. "Der Stadtteil war immer von der Arbeit geprägt. Diese Arbeit gibt es zum Teil nicht mehr, daher verändert sich der Stadtteil gewaltig. Es gibt momentan sehr viel Bewegung, der Stadtteil ist auf dem guten Weg, seine Lebensqualität zu erhöhen", sagt die Beiratssprecherin, Edith Wangenheim (SPD).

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Woltmershausen hat eine relativ kleine Fläche (5,3 Quadratkilometer) mit circa 14.300 Einwohnern. Die Zahl der unter 25-Jährigen ist leicht höher als die der über 65-Jährigen.

Jahreseinkommen im Stadtteil Woltmershausen DURCHSCHNITTLICHESJAHRESEINKOMMEN19.300 €24.200 €MITTLERESJAHRESEINKOMMEN
Die Werte zeigen das Bruttoeinkommen abzüglich aller Abgaben und Belastungen, die für die Berechnung der Einkommenssteuer relevant sind. Quelle: Statistisches Landesamt, Bremen, Stand: 2013

Das durchschnittliche Einkommen liegt bei 24.200 Euro, also etwa 2.000 Euro im Monat. Das mittlere Jahreseinkommen liegt allerdings niedriger, bei 19.300 Euro. Das bedeutet, dass die Hälfte der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen im Stadtteil mit weniger als etwa 1.600 Euro im Monat auskommen muss.

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Die meisten Beschäftigten in Woltmershausen arbeiten im Handel, Verkehr und den Gastgewerben, gefolgt von Baubetrieben. Industrien, die Produkte verarbeiten, sowie Kunst- und Unterhaltungsfirmen gehören hier auch zu den stärkeren Arbeitgebern. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen ist nicht besonders hoch (813), allerdings gibt es im Stadtteil dreimal so viele Hartz-IV-Empfänger. Das liegt daran, dass Familienmitglieder von Erwerbslosen teilweise auch Hartz IV beziehen können.

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Im Bereich des Polizeireviers Woltmershausen gehen die Fälle von Wohnungseinbrüchen seit 2015 deutlich zurück (auf 24 im Jahr 2018). Dafür ist die Zahl der Gewalttaten im vergangenen Jahr angestiegen. Zum Polizeirevier Woltmershausen gehört nicht nur Woltmershausen, sondern auch die Ortsteile Strom und Seehausen.

2 Probleme und Herausforderungen

Ehemaliges Brinkmann-Werksgelände in Woltmershausen aus der Vogelperspektive.
Im Tabakquartier wird wohl Gewerbe - vielleicht auch Wohnungen entstehen. (Archivbild)

Die Bauprojekte im Stadtteil beherrschen die öffentliche Debatte. Eine der berühmtesten ist sicherlich das Tabakquartier. Es werden dort Gewerbe entstehen, eventuell auch Wohnungen, erzählt die Beiratssprecherin. Problematisch seien dabei der Lärm und die nahe gelegene Bahnstrecke. "Die Bevölkerung in Woltmershausen braucht vor allem barrierefreien Wohnraum", sagt sie. Viele Gebäude seien eben Altbremer Häuser.

Außerdem müssten der Stadtteil verkehrlich besser angebunden und die Stau-Probleme gelöst werden. "Der Lkw-Verkehr gehört nicht hierher und wir sollten ihn aus dem Wohngebiet herausbekommen", sagt die Beiratssprecherin. Auch sollte der Eingang Woltmershausens aufgewertet werden. Auf einem guten Weg sei hingegen der Ausbau der Kita-Plätze. Für die Grundschulen gibt es jedoch noch einiges zu tun.

3 Politische Ausgangslage

Die Wahlbeteiligung in Woltmershausen war relativ gering, sie lag bei 45 Prozent. Wahlberechtigt waren 71 Prozent der Bevölkerung. Der Anteil der Einwohner ohne deutschen Pass betrug 2015 16 Prozent.

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Deutlich vorne lag bei den Ergebnissen 2015 die SPD mit fast 40 Prozent der Stimmen. Die CDU erzielte in Woltmershausen lediglich 17 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 12 Prozent. AfD und BIW erhielten etwas mehr als 6 Prozent der Stimmen – verglichen mit den anderen Stadtteilen eine hohe Quote.

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In Woltmershausen sind für die Bürgerschaftswahlen 2019 genau 9.766 Bürger als wahlberechtigt registriert – fast 400 weniger als im Jahr 2015.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Mai 2019, 19:30 Uhr