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Neustadt: Bunt, jung und mitten im Wandel

In der Neustadt wohnen viele Studenten – und überhaupt ist der Stadtteil dicht besiedelt. Zudem wächst das Nachtleben. Wird aus der Neustadt das neue Viertel?

Stadtteilcheck

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Bremen

Bremerhaven

Bremen Mitte

1 Die Menschen und das Leben in der Neustadt

In der Bremer Neustadt wohnen die meisten Menschen. Zudem ist sie ein "junger" Stadtteil. Die Zahl der unter 25-Jährigen ist hier eine der höchsten, neben Gröpelingen und Hemelingen. Im Vergleich zur Einwohnerzahl ist die Zahl der über 65-Jährigen dagegen niedrig.

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In den vergangenen Jahren hat sich in der Neustadt viel getan. Einige nennen sie bereits "das zweite, kleine Viertel", denn es entstehen hier immer mehr Gaststätten und kulturelle Angebote. Es gibt Konzerte, Screenings, Lesungen, aber auch Bars und Imbissläden sind vor allem zwischen dem Buntentorsteinweg und der Wilhelm-Kaisen-Brücke eröffnet worden.

Verantwortlich dafür sind nicht nur Studenten, die wegen der Nähe zum Zentrum und zur Hochschule gern in dem Stadtteil wohnen, sondern auch alteingesessene Einwohner. Das bestätigt der Beiratssprecher, Ingo Mose (Grüne): "Der Nährboden für solche Initiativen ist im Stadtteil selbst. Es gibt auch eine starke Beteiligung der Bevölkerung und die Kritik ist sehr überschaubar." Selbst, wenn es abends mal ein bisschen lauter wird. Der Stadtteil habe sich offen gezeigt und entwickele sich immer mehr zum Szene-Viertel, der Bremer aus dem anderen Weserufer anziehe.

Läden für unverpackte Waren, Künstler- und Medienkollektive sind hier angesiedelt. Jetzt wachsen vor allem im Bereich des Einzelhandels neue, kleine Geschäfte. Auch etablierte Unternehmen wie Beck's sind hier beheimatet.

 

Jahreseinkommen im Stadtteil Neustadt DURCHSCHNITTLICHESJAHRESEINKOMMEN19.700 €26.500 €MITTLERESJAHRESEINKOMMEN
Die Werte zeigen das Bruttoeinkommen abzüglich aller Abgaben und Belastungen, die für die Berechnung der Einkommenssteuer relevant sind. Quelle: Statistisches Landesamt, Bremen, Stand: 2013

Die Hälfte der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen hat im Jahr weniger als 19.700 Euro, also etwa 1.650 Euro monatlich, zur Verfügung. Doch das durchschnittliche Jahreseinkommen (26.500 Euro) ist mit etwa 2.200 Euro im Monat deutlich höher und eher im mittleren Bereich.

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Die Zahl der Arbeitslosen ist sehr hoch, wenn verglichen mit den anderen Stadtteilen. Allerdings ist die Neustadt stark bevölkert, daher verringert sich das Ausmaß des Problems, wenn man die Erwerbslosen- zur Einwohnerzahl im Verhältnis setzt. Trotzdem bleibt die Arbeitslosigkeit im Stadtteil ein Thema. Entsprechend hoch ist auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger (5.630). Dabei gilt zu beachten, dass auch Familienmitglieder von Erwerbslosen teilweise zu den Hartz-IV-Empfängern zählen können.

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in der Neustadt seit 2015 deutlich zurückgegangen (von 249 auf 99 Fälle). Die Gewaltkriminalität ist dagegen eher auf einem gleichbleibenden Level und im vergangenen Jahr von 142 auf 154 gestiegen. "Die Neustadt ist kein ausgesprochener Brennpunkt für die Kriminalität", sagt Mose. Der Stadtteil liege eher im Mittelfeld. Besorgniserregender seien eher die Verkehrsunfälle.

2 Probleme und Herausforderungen

"Die Neustadt wächst", sagt Mose weiter. Und die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wird größer. Auch die Mobilität solle an die wachsenden Einwohnerzahlen angepasst werden, fügt der Beiratssprecher hinzu. Die Enge, auch wegen der vielen Verkehrsteilnehmer, könne Konflikte auslösen. Manchmal sei das Miteinander nicht ganz einfach. Zudem verursachten die größeren Straßen zu viel Lärm und Emissionen. Auch seien die Geh- und Fahrradwege oft zugeparkt. "Das ist ein immenses Problem", so Mose.

Ein weiteres Problem ist die Gentrifizierung. Die Menschen im Stadtteil bräuchten bezahlbaren Wohnraum, sagt der Beiratssprecher. Doch die Mietpreise steigen. Die Gebäude werden schöner, allerdings richten sie sich an einkommensstärkere Einwohner. Kulturelle Initiativen werden teilweise verdrängt. "Es ist eine Gratwanderung. Es gibt einerseits eine Aufwertung des Stadtteils und gleichzeitig entstehen potenzielle Verdrängungsprozessen", sagt der Beiratssprecher.  Eine gute soziale Durchmischung zu sichern und den selektiven Zuzug zu vermeiden gehörten zu den größten Herausforderungen des Stadtteils.

Eines der größten Themen in den vergangenen Jahren war außerdem die Pleite der Beluga-Reederei. Ex-Beluga Chef Niels Stolberg wurde unter anderem wegen Betrugs verurteilt. Ein Dauerbrenner ist auch der Bau der A281, die schon vor Jahren fertiggestellt sein sollte.

3 Politische Ausgangslage

Wahlberechtigt waren bei den vergangenen Bürgerschaftswahlen 73 Prozent der Stadtteilbevölkerung. Der Ausländeranteil betrug 2015 16,5 Prozent. Die meisten Wahlberechtigten (55 Prozent) gingen tatsächlich wählen.

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Die meisten Stimmen gingen 2015 an die SPD (fast 30 Prozent). Auch die Grünen haben in der Neustadt eines ihrer besten Ergebnisse erzielt (23,4 Prozent). Die Linke war mit 15,8 Prozent die drittstärkste Partei, während die CDU hier mit fast 15 Prozent eines ihrer schlechtesten Ergebnisse kassierte.

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Bei den Bürgerschaftswahlen 2019 sind 32.503 Bürger in der Neustadt wahlberechtigt – etwa 500 Menschen weniger als im Jahr 2015.

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Mai 2019, 19:30 Uhr