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Maike Schaefer sieht ihre Verantwortung vor allem im Klimaschutz

Verkehrsplaner, Landwirte, Anwohner: Maike Schaefer will mit allen reden. Schon in den ersten 100 Tagen hat Bremens Senatorin für Umwelt, Bau und Verkehr viel vor.

Maike Schäfer
Möchte den Klimaschutz in Bremen vorantreiben: Maike Schaefer. Bild: Grüne Bremen

Sie ist die hochrangigste Frau des Landes: Maike Schaefer, Bürgermeisterin und Senatorin für Umwelt, Bau und Verkehr. Zusätzlich noch zuständig für Bremens Landwirtschaft und – ganz neu – auch für die Tierpolitik und das Veterinärwesen. In der letzten Nacht der Koalitionsverhandlungen hatten die grünen Unterhändler die Zuständigkeit dafür noch der SPD abgerungen. Ist das Umweltressort jetzt also das starke Machtzentrum im neuen Senat?

Ich finde, Macht ist kein schöner Begriff. Ich finde Verantwortung wesentlich sympathischer. Und ich habe verdammt viel Respekt vor der neuen Aufgabe wegen der großen Verantwortung.

Maike Schaefer, Bremens Senatorin für Umwelt, Bau und Verkehr

In der Verantwortung, Erfolge zu liefern, sieht sich die 48-jährige Biologin und Hobby-Imkerin vor allem beim Klimaschutz. Der soll sich, verspricht sie, wie ein roter Faden durch ihre Arbeit ziehen – sei es beim Ziel einer autofreien Innenstadt, bei neuen Radbrücken über die Weser oder bei energetischen Sanierungen von Gebäuden und bei Dachbegrünungen. Dazu hat sie vor ihrem Amtsantritt schnell noch eine Frage an den alten Senat eingereicht und darauf gepocht, Bushaltestellen mit grünen Dächern auszustatten. 

Schwerpunkt Verkehr

Für die ersten 100 Tage ihrer Amtszeit hat sich die neue Senatorin vorgenommen, schnell in Gespräche mit den Stadtwerken Bremen (SWB) einzusteigen, um den Kohleausstieg in Bremen einzuleiten. Zum Schwerpunkt will sie aber erst einmal den Verkehrsbereich machen.

Ich möchte mich um die Baustellen in Bremen kümmern – besseres Management, bessere Koordination, um Staus zu vermeiden.

Maike Schaefer, Bremens Senatorin für Umwelt, Bau und Verkehr

So wolle sie die Lesumbrücke angehen, dafür mit dem Bund in Gespräche einsteigen. Sie habe sich auch über die Nordwestbahn geärgert, die die Taktung verringert habe. Mit ihren Vorstellungen von einem nutzerfreundlichen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sei das schwer in Einklang zu bringen, sagt Schaefer. Sie wolle daher das Gespräch mit den Betreibern suchen, darauf drängen, dass der Takt wieder erhöht wird.

Kommunikationsfreudiger als Joachim Lohse

Im Gespräch bleiben, verschiedene Seiten einbeziehen – es wird klar, dass sie in manchen Punkten einen anderen Weg gehen will als ihr Vorgänger und Parteifreund Joachim Lohse. Der hatte es sich mit einigen unwiderruflich verscherzt – sei es im Streit um die Platanen am Neustädter Deich, um den Volksentscheid zur Galopprennbahn und um die bremische Agrarpolitik. Der Vorwurf: Er entscheide von oben herab und verweigere den Dialog.

Lohses Ziel, den Ökolandbau in Bremen weiter auszubauen, will Schaefer nach eigenen Angaben zwar fortsetzen und Konzepte erarbeiten, wie noch mehr Landwirte zum Umstieg gebracht werden können. Aber so, dass die Landwirte sich "mitgenommen" fühlten und das Gefühl hätten, dass sie vom Ökolandbau leben könnten: "Es muss wirtschaftlich sein", unterstreicht Schaefer. Am besten sei es, wenn man einander erst einmal zuhöre, um anschließend gemeinsam Lösungen zu finden.

Vom Bauernverband heißt es hinter vorgehaltener Hand, zu Maike Schaefer habe man ein wesentlich besseres Verhältnis als zu ihrem Vorgänger – und freue sich auf den Chef-Wechsel im Ressort.

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Runder Tisch soll Zukunft der Galopprenbahn klären

Tempo verspricht die neue Bürgermeisterin derweil bei der Entwicklung eines Zukunftsplans für das Rennbahn-Gelände. Das Thema stehe ganz oben auf ihrer To-Do-Liste, in den ersten 100 Tagen als Senatorin wolle sie einen runden Tisch mit allen Beteiligten zusammentrommeln. Schließlich sei der zentrale Vorwurf der Bürgerinitiative im Vorfeld der gewesen, dass man nicht geredet, sondern einfach von oben entschlossen habe. "Ich finde, diesen Fehler sollten wir nicht noch einmal begehen", sagt Schäfer: "Es geht darum, gemeinsam mit allen im Stadtteil darüber zu beraten, was man will."

Sie wünsche sich, dass das Gelände ökologisch aufgewertet wird und künftig die Stadtteile Hemelingen und Vahr verbindet. Ihres neuen Einflusses auf Bundesebene ist sich Maike Schaefer übrigens auch bewusst – im Bundesrat will sie sich für eine CO2-Steuer einsetzen.

Mit einem Klick zu den Senatoren und Senatorinnen:

Die Bremer Senatoren Andreas Bovenschulte Präsident des Senats Bürgermeister Dietmar Strehl Senator für Finanzen Ulrich Mäurer Senator für Inneres Kristina Vogt Senatorin für Wirtschaft und Arbeit Claudia Schilling Senatorin für Wissenschaft, Häfen und Justiz Claudia Bogedan Senatorin für Kinder und Bildung Maike Schaefer Senatorin für Umwelt, Bau und Verkehr Anja Stahmann Senatorin für Soziales, Jugend und Sport Claudia Bernhard Senatorin für Gesundheit und Frauen

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Autor

  • Nikolas Golsch

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. August 2019, 19:30 Uhr