Staatsrat verteidigt steigende Preise in Bremer Schwimmbädern

  • Sportstaatsrat hält Verzicht auf Preiserhöhung für falsch
  • Preise pro Eintrittskarte um zehn bis 40 Cent gestiegen
  • Fraktionen hatten Kritik an höheren Preisen geübt
Staatsrat Jan Fries (Die Grünen)
Bremens Sportstaatsrat Jan Fries verteidigt eine Erhöhung der Eintrittspreise in Schwimmbädern.

Zum 1. Januar hat es in den Bremer Schwimmbädern erneut eine Preiserhöhung gegeben. Die günstigste Karte für einen Erwachsenen kostet jetzt 4,30 (vorher: 4,20) Euro, die teuerste 5,90 (vorher: 5,70). Kinder zahlen zwischen 3,30 und 4,50 Euro (vorher: 3,20 bis 4,40). Daneben gibt es Ermäßigungen für Studierende, Familien, Behinderte und Empfänger von staatlichen Transferleistungen sowie Nutzerinnen und Nutzer von Mehrfachkarten. Die Tarife variieren je nach Bad, und wochentags ist der Eintritt günstiger als an Wochenenden. In der Sportdeputation wurde das jetzt kontrovers diskutiert.

SPD will Preiserhöhung aussetzen lassen

Die SPD fordert, die umstrittene Preiserhöhung auszusetzen. Weil sie dem gemeinsamen Ziel widerspreche, dass mehr Kinder schwimmen lernen, so Ex- Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter. Sie warf in der Deputation die Frage auf, warum das Sportressort nicht signalisiert habe, dass der Betriebskostenzuschuss erhöht werden müsse. Auch der CDU-Abgeordnete Marco Lübke und der Linke Cindi Tuncel halten die höheren Eintrittspreise für ein ganz falsches Signal. Und sind dafür, diese Erhöhung auszusetzen. Die Grünen allerdings reagieren sehr verhalten auf den Vorstoß des Koalitionspartners SPD. Die Fraktion wird am Montag über den SPD-Antrag beraten. Ohne Gegenfinanzierung aber sei der nicht umzusetzen, so der Grüne Mustafa Öztürk.

Sportstaatsrat Jan Fries rechtfertigte die Preiserhöhung jetzt in einer Sitzung der Sportdeputation. Er ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Bremer Bäder GmbH. "Der Senat hat die Bremer Bäder wiederholt zur jährlichen Anhebung der Eintrittspreise verpflichtet, zuletzt im Bäderkonzept von 2014. An diese Beschlusslage fühlen wir uns gebunden." Die Bremer Bäder finanzierten sich aus Eintrittsgeldern und dem Betriebskostenzuschuss, der seit Jahren konstant bei 4,8 Millionen Euro liege. Die durchschnittliche jährliche Anhebung der Eintrittspreise um 2,5 Prozent sei erforderlich, um den allgemeinen Kostenanstieg auszugleichen.

Einen allgemeinen Verzicht auf die Preisanhebung halte ich für falsch. Davon würden zu viele profitieren, denen höhere Eintrittspreise gar nicht wehtun würden. Ich würde mich aber freuen, wenn es in der nächsten Legislaturperiode gelingt, die Preisstruktur unter sozialen Gesichtspunkten konsequent zu überarbeiten.

Jan Fries, Staatsrat im Bremer Sportressort

Bremer Bäder verzeichnen starkes Besucherwachstum

Der heiße Sommer 2018 hat den Bremer Freibädern ein kräftiges Besucherplus beschert. Das geht aus Zahlen der Bremer Bäder GmbH hervor. Insgesamt registrierten die vier Freibäder 260.000 Besucherinnen und Besucher. Das sind mehr als dreimal so viele wie im Sommer 2017 mit knapp 86.000 Gästen. Die Besucherzahlen in den Hallenbädern sind dagegen um rund 50.000 auf knapp 1,1 Millionen leicht zurückgegangen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Januar 2019, 19:30 Uhr