Viel Zustimmung für Raketenstartplatz in der Nordsee – aber nicht nur

Bremens Häfensenatorin Schilling will weiter bei der Bundesregierung dafür werben. CDU und FDP sprachen sich in der Bürgerschaft dafür aus. Kritik gab es von Linken und Grünen.

Eine Rakete von SpaceX beim Start
Die Pläne für einen Raketen-Startplatz an der Nordsee gibt es schon länger. (Symbolbild) Bild: DPA | Chris O'meara

Die Bremische Bürgerschaft hat am Mittwochvormittag darüber diskutiert, ob Bremerhaven zur Versorgungsbasis für eine geplante Raketenabschuss-Plattform in der Nordsee werden soll. Bei der Aktuellen Stunde im Landtag meldeten sich auch skeptische Abgeordnete zu Wort.

Der Liberale Hauke Hilz warb für das Projekt: 8.500 Satelliten müssten in nächster Zeit ins All gebracht werden, rechnete er vor. Rund die Hälfte davon könnte von der Nordsee aus starten. Er will, dass Bremerhaven Basishafen für den Startplatz auf dem Meer wird. Von dort aus sollen Mini-Raketen kleinere Satelliten an Positionen nahe dem Nordpol bringen – für die Klimaforschung, die Erdbeobachtung, aber auch die Sicherheit auf den Meeren. Soweit der Plan. Die SPD-Frau Janina Brünjes bezeichnete die Raumfahrt als Innovationsmotor. Thorsten Raschen von der CDU hofft auf neue Arbeitsplätze in Bremerhaven.

Häfensenatorin will sich weiterhin für den Startplatz einsetzen

Der Linken-Politiker Ingo Tebje dagegen warnte in der Debatte vor überzogenen Erwartungen: Es gehe nicht um einen Weltraumbahnhof, sondern um einen Startplatz für kleine Raketen. Davon gingen keine großen Impulse für den Bremerhavener Hafen aus. Auch der Grünen-Abgeordnete Maurice Müller ist skeptisch: Der Umschlag von Satelliten im Hafen bringe nicht viel.

Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) allerdings betonte, dass der Senat die Machbarkeitsstudie für den Hochsee-Startplatz unterstützt hat. Sie will sich weiter bei der Bundesregierung für eine Förderung des Projektes einsetzen. Bremerhaven biete sich wegen seiner tideunabahängigen Hafen-Areale und vieler freier Flächen als Basishafen und Logistikzentrum für Satelliten-Hersteller an.

Der Plan ist schon länger auf dem Markt: Im Norden Deutschlands soll ein Startplatz für kleine Raketen entstehen, die Mini-Satelliten ins All bringen. Das Beste wäre es, diese Raketen vom Wasser aus starten zu lassen. Von einer verankerten Plattform zum Beispiel. Oder von speziellen Schiffen. Das geht aus einer Studie hervor, die der Bundesverband der Deutschen Industrie vor ein paar Tagen vorgelegt hat.

Rückblick Oktober 2019: Ein Weltraumbahnhof an der Küste?

Video vom 21. Oktober 2019
Eine Raktete beim Start.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 16. September 2020, 12 Uhr