Nach Terrorakt in Hanau: Bremen schickt mehr Polizisten auf Straßen

  • Gründe für die höheren Sichterheitsmaßnahmen: Terrorakt und Bombendrohung
  • Laut Landeskriminalamt gibt es keine konkrete Gefährdungslage
  • Besonders muslimische Einrichtungen werden geschützt
Bremer Fatih Moschee
Seit Mittwoch wird die Fatih-Moschee in Gröpelingen besonders sichtbar geschützt. Bild: Radio Bremen

Nach dem Terrorakt in Hanau und der Bombendrohung am Mittwoch gegen die Bremer Fatih-Moschee sind die Sicherheitsmaßnahmen rund um muslimische Einrichtungen und insgesamt in Bremen erhöht worden. Zwar gebe es keine konkrete Gefährdungslage in der Hansestadt, hieß es vom Landeskriminalamt (LKA). Aber die Behörden wollen offenbar Stärke zeigen.

Vor zwei Tagen schätzte die Innenbehörde die Situation noch so ein, dass kein erhöhter Schutz von Moscheen in Bremen nötig sei. Eine besondere Gefährdungslage war laut Innenbehörde nicht erkennbar. An dieser Situation habe sich grundlegend nichts geändert, heißt es jetzt aus dem Innenressort. Gleichwohl würden die Sicherheitsmaßnahmen ja nun kurzfristig intensiviert, sagte Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin des Innenressorts, gegenüber buten un binnen.

In Bremen ist nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Attentat in Hanau mit elf Toten mehr Polizei auf der Straße. Das soll laut Polizeipräsident Lutz Müller das Sicherheitsgefühl erhöhen. Das sagte er am Donnerstagnachmittag vor der Innendeputation. Auch symbolträchtige Einrichtungen würden geschützt. So wolle man möglichen Trittbrettfahrern Grenzen setzen, so Müller.

Moschee in Bremen-Gröpelingen wird sichtbar bewacht

Bremens LKA-Chef Daniel Heinke hatte zuvor betont, dass es nach Hanau keine Hinweise auf Bezüge zu Bremen gebe. Gleichwohl haben die Behörden Sorge, dass sich Personen mit ähnlicher Ideologie wie der Attentäter aufgefordert fühlen könnten, auch aktiv zu werden. Schon seit Mittwoch werde die Fatih-Moschee in Bremen-Gröpelingen sichtbar bewacht, so Heinke weiter.

Der Grund: Die Moschee hatte per Mail eine Bombendrohung erhalten – offenbar aus rechtsextremistischer Ecke. Sprengstoff wurde allerdings nicht gefunden. Die Politiker fast aller Parteien in der Innendeputation begrüßten die verstärkten Schutzmaßnahmen. Das sei ein gutes Signal an alle, die Angst hätten, so die Liberale Birgit Bergmann. Der Grünen-Innenpolitiker Björn Fecker bezeichnete die Bluttat von Hanau als "Angriff auf den freiheitlichen Rechtsstaat".

Mahnwache vor der Fatih-Moschee geplant

Die Islamische Föderation Bremen und Schura Bremen haben jetzt zu einer Mahnwache an diesem Freitag aufgerufen. Die Mahnwache vor der Fatih-Moschee in der Stapelfeldstraße beginne um 13.30 Uhr.

Die Moschee sei in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel von islamfeindlichen Angriffen und Bedrohungen gewesen. "Unser Regionalverband und unsere Gemeinden sind besorgt und traurig über die rechtsextremistischen Bedrohungen", sagte der Präsident der Islamischen Föderation Bremen, Ekrem Kömürcü.

Die Islamfeindlichkeit habe ihren Höhepunkt erreicht. Dies sollte in der Gesellschaft weit und breit thematisiert werden. Die Tatorte in Hanau und das Bekennerschreiben zeigten deutlich die Zielgruppe an: "Nämlich Migranten, insbesondere Muslime." Es sei an der Zeit, zusammenzurücken gegen Hass und Gewalt.

Die Politik hat zu lange das Problem der rechten Gewalt unterschätzt. Die Zeit für Worte ist vorbei. Wir fordern Politik und Behörden auf, zu handeln.

Ekrem Kömürcü, Präsident der Islamischen Föderation Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Februar 2020, 19:30 Uhr