Meinungsmelder

Galopprennbahn: Meinungsmelder für Bebauung – unter diesen Bedingungen

Die Galopprennbahn kann durchaus bebaut werden – das zumindest findet ein Großteil der Radio Bremen-Meinungsmelder. Doch in einem Punkt sind sie extrem gespalten.

Die Bremer Galopprennbahn aus der Luft fotografiert.

Über kaum ein Stadtentwicklungsprojekt wird in Bremen so debattiert wie über die Galopprennbahn in der Vahr. Am 26. Mai dürfen Befürworter und Gegner per Volksentscheid darüber abstimmen, ob die Fläche grundsätzlich bebaut werden soll oder nicht.

Möglicherweise ist die Frage nach einem schlichten Ja oder Nein jedoch zu simpel gestellt. Darauf deuten zumindest die aktuellen Ergebnisse der Meinungsmelder-Umfrage von Radio Bremen hin. Dort wurden die Teilnehmer befragt, inwieweit sie einer Bebauung der Galopprennbahn zustimmen. Dabei konnten die Befragten angeben, wie viel Prozent der Flächenbebauung sie akzeptieren würden.

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Eine Erkenntnis: 10,8 Prozent der Befragten lehnen eine Bebauung des Galopprennbahn-Geländes grundsätzlich ab. Ein weiteres Ergebnis: Ob ein Meinungsmelder zustimmt, dass die Fläche bebaut werden soll, hängt offenbar stark davon ab, wie große die Fläche ist, die letztlich bebaut werden soll.

Minderheit für Bebauung von mehr als 50 Prozent

So sprechen sich nur 40,8 Prozent von 517 befragten Meinungsmeldern für eine Wohnbebauung aus, wenn dafür mehr als die Hälfte des Galopprennbahn-Geländes genutzt würde. Würden dagegen weniger als die Hälfte der Fläche bebaut, sind 44,1* Prozent für das Stadtentwicklungsprojekt.

Bisherigen Aussagen der Bremer Regierungsparteien SPD und Grünen zufolge könnte es – je nach Ausgang des Volksentscheids – zumindest grob auf eine hälftige Wohnbebauung hinauslaufen.

Wie sehr die Debatte um die künftige Entwicklung der Galopprennbahn auch die Meinungsmelder berührt, zeigen zahlreiche Kommentare, in denen sich das Meinungsspektrum widerspiegelt. Von denjenigen, die sich gegen die Bebauung aussprechen, wünschen sich einige die Galopprennbahn zurück. Andere sprechen sich stattdessen für ein Naherholungsgebiet an gleicher Stelle aus.

Gerade in der Gegend von Bremen gibt es schon Beton und nicht genug Grünflächen. Lieber einen Park davon machen, wenn das mit der Renngeschichte nicht mehr geht.

49-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Sollte es tatsächlich zu einer Bebauung kommen, spricht sich die Mehrheit nicht nur für eine Bebauung von höchstens 50 Prozent der Fläche aus. Darüber hinaus knüpfen zahlreiche Meinungsmelder eine solche Bebauung auch an bestimmte Bedingungen. Demnach sollten unter den Wohnungen, die entstehen, auch Sozialwohnungen sein.

Um nicht zu viel Fläche zu beanspruchen, könnten nach Ansicht einiger Meinungsmelder auch Hochhäuser gebaut werden, während die so gesparten Flächen als Parks genutzt werden könnten.

Maximal 50 Prozent, damit der Stadtteil ein grüner Stadtteil bleibt und die Aufenthaltsqualität entsprechend gut ist. Hier sollten auch sozial geförderte Wohnungen entstehen und keine Luxuswohnungen.

53-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Unabhängig davon, wie viel Prozent der Fläche bebaut werden könnten, äußern die Befragten jedoch auch Vorbehalte: "Natürlich braucht Bremen Wohnungen, aber ist das überhaupt noch infrastrukturell für die umliegende Gegend zu stemmen?", fragt ein 49-jähriger Meinungsmelder aus Bremen. Und angesichts der angespannten Verkehrssituation in der Überseestadt schreibt ein 39-jähriger Bremer: "Spannende Frage ist, ob man dann nach Fertigstellung auch wieder im Senat überrascht ist, dass jetzt plötzlich Infrastruktur (ÖPNV, Nahversorgung, Spielplätze) gebraucht wird, wenn so viele Wohnungen entstehen sollten."

* Wir hatten zuvor von 55,8 Prozent geschrieben. Das war inkorrekt und wurde entsprechend geändert.

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. Mai 2019, 19:30 Uhr