IG Metall warnt: Leiharbeit verdrängt Werften-Stammbelegschaft

  • Zwölf Prozent Leiharbeit an deutschen Werften
  • Deutschlandweit gibt es mehr Werftmitarbeiter als 2017
  • Bei der Llyod-Werft in Bremerhaven: 100 Stellen gestrichen
Ein Werft-Mitarbeiter arbeitet an einer Schiffsschraube.
Ein Werft-Mitarbeiter arbeitet an einer Antriebswelle auf der Lloyd-Werft in Bremerhaven. Bild: DPA | Ingo Wagner

Die Leiharbeit an deutschen Werften bleibt mit zwölf Prozent unverändert hoch. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der IG Metall Küste in der Schiffbau-Branche. Sie wurde jetzt am Rande der Maritimen Fachmesse in Hamburg vorgestellt.

Aus Sicht der IG Metall verdrängen Leiharbeit und Werkverträge immer mehr die Stammbelegschaft. Demnach gibt es inzwischen 39 Prozent Werkverträge — also Arbeitskräfte, die ihre Verträge bei anderen Firmen haben. So sind die Arbeitsbedingungen für die Gewerkschaft nach eigenen Angaben immer noch kaum zu kontrollieren.

Insgesamt mehr Werftarbeiter — Stellenabbau in Bremerhaven

Insgesamt gibt es laut Umfrage aber deutlich mehr Mitarbeiter auf den Werften als noch 2017. Hier sorge vor allem der Bau von Kreuzfahrtschiffen, wie auf der Papenburger Meyer Werft, für Auftrieb. Die meisten Mitarbeiter wurden bei den Werften eingestellt, die vom asiatischen Genting Konzern übernommen wurden, so wie die Lloyd Werft Bremerhaven. Hier wurden allerdings 100 Stellen gestrichen, während an den Standorten in Mecklenburg-Vorpommern um fast 1.200 Jobs aufgestockt wurde.

Für die Umfrage hatte die IG Metall die Betriebsräte von Werften und Zulieferbetrieben gefragt, die für rund 17.000 Beschäftigte stehen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. September 2018, 14 Uhr