Startet Kreuzfahrtschiff aus Bremen, um Geflüchtete aufzunehmen?

  • Reiseveranstalter Phoenix bietet Kreuzfahrtschiff "Albatros" als Unterkunft für Geflüchtete an
  • Obdachlose Flüchtlinge auf Lesbos könnten auf Schiff untergebracht werden
  • Schiff liegt derzeit im Neustädter Hafen
Das Kreuzfahrtschiff "Albatros" liegt am Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven.
Noch liegt das Kreuzfahrtschiff "Albatros" im Neustädter Hafen. Geht es nach dem Reiseveranstalter Phoenix, könnten bald Geflüchtete auf ihm untergebracht werden. (Archivbild) Bild: DPA | Sina Schuldt

Der Reiseveranstalter Phoenix Reisen hat ein Kreuzfahrtschiff, das derzeit im Neustädter Hafen in Bremen liegt, zur Unterbringung der obdachlosen Flüchtlinge von Lesbos angeboten. "Wir würden ein Schiff auch ohne Bezahlung hinstellen", sagte Geschäftsführer Johannes Zurnieden. "Da sind Leute, die Hilfe brauchen, und hier steht Kapazität leer", sagte er mit Blick auf wegen der Corona-Krise in verschiedenen Häfen festgemachte Schiffe, die das Bonner Unternehmen langfristig betreibt. Laut Zurnieden könne die "Albatros" innerhalb von 14 Tagen in Griechenland sein und etwa 900 Menschen aufnehmen, sagte Zurnieden. Phoenix ist auch der Betreiber der aus der ZDF-Serie "Das Traumschiff" bekannten "Amadea", die derzeit in Emden liegt.

Reiseveranstalter würde Kosten teilweise übernehmen

Der Reiseveranstalter würde demnach mindestens die Chartergebühren, die er selbst an die Reederei des betreffenden Schiffes zahlt, und die Abnutzungskosten übernehmen. Für weitere Kosten wie eine mögliche Besatzung würde "hoffentlich jemand anders bezahlen", sagte Zurnieden. Zudem müsste die Organisation von den griechischen Behörden beziehungsweise der EU übernommen werden. "Wir würden sicher nicht dort hinfahren, die Tür aufmachen und gucken, wer kommt."

Die Idee, Kreuzfahrtschiffe für die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln einzusetzen, war schon zu Beginn der Corona-Krise im Gespräch. Damals und auch jetzt wieder sei er von der Vizepräsidentin des Europaparlaments, Katarina Barley (SPD), angesprochen worden, erklärte der 70 Jahre alte Zurnieden, der auch Mitglied der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe ist. Damals habe sich die Sache trotz vieler Kontakte mit EU-Stellen am Ende zerschlagen, obwohl Phoenix Reisen sich zur Hilfe bereit erklärt habe.

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Bovenschulte und andere Politiker sitzen in der Senatspressekonferenz.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 18. September 2020, 23:30 Uhr