Kein erhöhter Schutz von Moscheen in Bremen

  • Besondere Gefährdungslage laut Innenbehörde nicht erkennbar
  • Muslimische Verbände hatten mehr Schutz gefordert
  • Hintergrund war die Aufdeckung einer mutmaßlich rechten Terrorzelle
Blick auf Moschee in Bremen mit Minarett
Bremen lehnte ebenso wie andere Bundeländer ab, Moscheen noch stärker zu schützen. Dafür gebe es keine entsprechende Gefährdungslage, hieß es aus der Innenbehörde.

Das Land Bremen will Moscheen nicht noch stärker schützen als bisher. Eine besondere Gefährdungslage sei derzeit nicht erkennbar, erklärte die Innenbehörde. Damit lehnt Bremen ebenso wie andere Bundesländer die Forderung von muslimischen Verbänden nach mehr Schutz ab.

Nach Razzien in sechs Bundesländern am Freitag sind zwölf mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle inhaftiert worden. Sie sollen Anschläge auf Politiker, Asylsuchende und Muslime geplant haben, um die Gesellschaft in Deutschland zu erschüttern. Die Ermittlungen und jüngste Drohungen gegen Moscheen vor allem in Nordrhein-Westfalen ließen Forderungen nach höheren Schutzmaßnahmen für muslimische Einrichtungen lauter werden.

Zentralrat der Muslime sieht Angst vor Anschlägen als real an

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, erklärte am Montag, die Angst sei real und greifbar. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte am Montag, nach der derzeitigen Sicherheitslage könnten Anschläge auf Gotteshäuser "abstrakt" nicht ausgeschlossen werden. Das Ministerium gab seinerseits aber keine Empfehlung für die Sicherheit ab, sondern verwies auf die Zuständigkeit der Bundesländer.

So läuft ein Mittagsgebet in der Fatih Moschee in Bremen ab

Video vom 2. Oktober 2019
Blick in eine Moschee in Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. Februar 2020, 15 Uhr