Johnson & Johnson verschiebt Auslieferung – und macht Bremen Probleme

  • US-Behörden empfehlen Impfungen mit Johnson & Johnson auszusetzen
  • Hersteller stoppt Auslieferung in die Europäische Union
  • Bremen muss die Impfkampagne teilweise neu planen
Eine Kiste mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson
Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird vorerst doch nicht in der Europäischen Union ausgeliefert. Bild: Imago | ANP

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson verzögert den Marktstart seines Impfstoffs in Europa. Das teilte der US-Konzern am Dienstag mit. Man habe Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten und sich für die Verzögerung entschieden. Der Konzern arbeite nun mit Experten und den Gesundheitsbehörden an der Untersuchung der Fälle.

Die Verzögerung wirft auch Teile der Bremer Impfpläne vorerst über den Haufen. "Wir hätten diese Woche eigentlich 4.800 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson bekommen sollen, die werden jetzt nicht kommen", sagt Lukas Fuhrmann von der Gesundheitsbehörde. "Die waren eigentlich schon für Geflüchtetenunterkünfte, Obdachlosenunterkünfte, die JVA und Frauenhäuser gedacht."

Dort müssen die Impf-Pläne jetzt zum zweiten Mal geändert werden. Eigentlich sollte in den Einrichtungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden. Der wird nach der geänderten Altersempfehlung aber nur noch für Menschen über 60 Jahren empfohlen – da viele der Bewohner jedoch jünger sind, kommt AstraZeneca dafür nicht mehr infrage. "Das ist jetzt sicherlich ärgerlich. Wir werden sicher schnell neue Lösungen finden", sagte Fuhrmann.

Die geänderte Empfehlung der US-Behörde spiele in Bremen "erst einmal keine Rolle", sagte Fuhrmann. Dafür sei die laufende Prüfung der zuständigen europäischen Stelle EMA maßgeblich. Die untersucht aktuell auch Thrombosefälle im Zusammenhang mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson.

Wie läuft der Impfstart bei Bremer Hausärzten?

Video vom 7. April 2021
Ein Frau in medizinscher Schutzkleidung impft einen älteren Mann mit Mundschutz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 31. März 2021, 19:30 Uhr