"Völlig inakzeptabel": Handelskammer sauer auf Senatorin Schaefer

  • Marahrens-Hashagen kritisiert Mobilitätssenatorin
  • Es sei inakzeptabel, dass sich Schaefer nicht von Straßenblockaden distanziere
  • Handelskammer-Präses spricht von erheblichen Schäden für Unternehmen
Video vom 15. April 2021
Aktivisten der Organisation "Extinction Rebellion" sitzen über einem Banner, das über einem Autobahnzubringer in Bremen hängt, und wedeln mit einer Rauchbombe. Mit der Besetzung der Traverse über der Fahrbahn wollen die Aktivisten auf ihre Belange im Zuge der in Bremen ausgerichteten Verkehrsministerkonferenz aufmerksam machen.
Bild: DPA | Michael Bahlo
Bild: DPA | Michael Bahlo

Janina Marahrens-Hashagen ist sauer. Es sind gleich zwei Punkte, die die Präses der Bremer Handelskammer aufregen: Das ist zum einen die Straßenblockade von Klima-Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion. Die habe "den Wirtschaftsverkehr großflächig lahmgelegt und dadurch zu erheblichen Schäden für viele Unternehmen in der Region geführt", teilte Marahrens-Hashagen mit. Anlass für die Blockaden war die Frühjahrskonferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern, bei der Bremen den Vorsitz hat.

Die Reaktion der Bremer Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) setzt für Marahrens-Hashagen noch einen drauf:

Es ist daher völlig inakzeptabel, dass sich die Mobilitätssenatorin von dieser Aktion der Aktivisten von Extinction Rebellion nicht distanziert, sondern – im Gegenteil – deren Forderungen öffentlich begrüßt.

Janina Marahrens-Hashagen, Präses der Bremer Handelskammer

Kritik kommt auch von der Bremer FDP: "Klimaschutz ist ein wichtiges Anliegen für jeden, dem unsere Zukunft und die unserer Nachkommen am Herzen liegt. Aber nicht immer heiligt der Zweck die Mittel", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Bettina Schiller. So hätten die Demonstranten billigend in Kauf genommen, dass Menschen gefährdet würden, etwa wenn ein Rettungswagen im Stau steckenbliebe. Umso unverständlicher sei die Reaktion der Senatorin.

Die Senatorin hatte buten un binnen gesagt, dass sie die Forderung nach einer Verkehrswende "voll und ganz" unterstütze. "Die Verkehrswende muss schneller vorangehen", sagte Schaefer. "Deswegen ist es auch gut, wenn es Demonstrationen gibt, solange sie sich im gesetzlichen Rahmen verhalten."

Die Wirtschaft sei "keineswegs gegen eine zukunftsorientierte Klimapolitik", teilte Marahrens-Hashagen mit. "Aber es kann nicht sein, dass den ohnehin in der Corona-Krise gebeutelten Unternehmen durch solche Aktionen zusätzlicher Schaden zugefügt wird."

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. April 2021, 19:30 Uhr