Von der Leyen: "Die Perspektive für die 'Gorch Fock' wird besser"

  • Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war in Bremerhaven
  • Schiffskörper wurde zu Wasser gelassen
  • Bredo-Werft beharrt trotzdem weiter auf ihr Pfandrecht

"Heute ist ein ganz wichtiger Tag für die Marine und natürlich für unser Schulsegelschiff 'Gorch Fock'", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Freitag in Bremerhaven. Mit dem Ausdocken sei der erste wichtige Zwischenschritt der Sanierung geschafft. "Das ist für uns heute ganz entscheidend gewesen", so von der Leyen. Sie freue sich besonders, weil es für die Besatzung der "Gorch Fock" in den letzten Jahren eine große Belastung gewesen sei, als das Segelschulschiff im Trockendock lag.

Nach mehr als drei Jahren war die "Gorch Fock" am Vormittag wieder ins Wasser gelassen worden – wenn auch zunächst nur der Schiffskörper ohne Aufbauten und Ausstattung. Zuvor hatte es zwischen Elsflether Werft, Bredo-Werft und dem Bund Ärger um die Bezahlung gegeben. Daraufhin hatte die Bredo-Werft das Schiff als Pfand genommen. Erst am Donnerstagabend konnten sich die Beteiligten einigen, die "Gorch Fock" durfte das Werft-Dock nun verlassen.

Bredo-Chef: Weinendes und lachendes Auge

Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms sagte, er sehe die "Gorch Fock" mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen: Lachend, weil es in letzter Minute gelungen sei, eine Einigung mit dem Bund über das Ausdocken zu finden. Bredo habe aber die Forderung nach der Zahlung von 5,1 Millionen Euro nicht durchsetzen können. Nun müsse das Unternehmen den Klageweg gehen. "Das ist das weinende Auge", sagte Harms. Die Bredo Werft als Subunternehmer hat nach eigenen Angaben gut zehn Millionen Euro Außenstände, die sie nun vom Verteidigungsministerium einklagen will.

Das Ministerium hingegen argumentiert, man habe alle Zahlungen schon ordnungsgemäß geleistet – und zwar an den Generalunternehmer, die Elsflether Werft. Die ist allerdings insolvent. Außerdem laufen Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Mitarbeiter, unter anderem wegen Betrugs.

Eine Aufnahme der ausgedockten Gorch Fock.

"Perspektive für Schiff und Werft wird besser"

Ein Lob bekam die neue Geschäftsführung der Elsflether Werft von Ursula von der Leyen: "Die Werft hat Wort gehalten", sagte sie. Die neue Geschäftsführung hätte sowohl den Willen als auch die Fähigkeit bewiesen, dieses Projekt zu stemmen. "Die Perspektive wird besser, dass die 'Gorch Fock' eines Tages wieder auf den Weltmeeren segeln kann. Und die Perspektive für die Werft ist natürlich auch besser, weil sie bewiesen hat, dass sie das Projekt tatsächlich im Zeit- und Kostenrahmen weiter nach vorne bringen kann", sagte die Ministerin weiter.

Statt zehn Millionen Euro hat die Marine schon mehr als 70 Millionen Euro für die Sanierung ausgegeben. Insgesamt werden aber Kosten von 135 Millionen Euro erwartet. Unklar ist noch, wie und wo an dem Segelschiff weitergearbeitet werden soll. Bis 2020 soll es fertig sein.

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Autoren

  • Boris Hellmers
  • Lina Brunnée

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Juni 2019, 11 Uhr