Darum ging es beim ersten Duell zwischen Sieling und Meyer-Heder

  • Bürgermeister Sieling (SPD) verwies auf wirtschaftlichen Erfolg Bremens
  • Meyer-Heder (CDU) betonte die Notwendigkeit eines Machtwechsels
  • SPD regiert seit mehr als 70 Jahren in Bremen
Carsten Meyer-Heder und Carsten Sieling.

80 Tage vor der Bürgerschaftswahl in Bremen haben sich Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) und sein CDU-Herausforderer Carsten Meyer-Heder erstmals ein direktes Rededuell geliefert. Während der seit 2015 amtierende Sieling auf die wirtschaftlichen und sozialen Erfolge der rot-grünen Regierung verwies, betonte der Softwareunternehmer Meyer-Heder die Notwendigkeit für einen Neuanfang nach über 70 Jahren ununterbrochener SPD-Herrschaft im Bremer Rathaus.

Zwar tragen die beiden Kandidaten den gleichen Vornamen – damit enden allerdings auch schon die Gemeinsamkeiten an diesem Abend. Während Bürgermeister Sieling erklärte, dass politische Entscheidungen aus rechtlichen Gründen lange dauern können, drängte sein Herausforderer auf schnelles Handeln. In Bremen gehe nichts voran, beklagte CDU-Spitzenkandidat Meyer-Heder und führte als Beispiel die ungewisse Sanierungsdauer für die Autobahnbrücke über die Lesum an.

Bremen habe sich in den vergangenen Jahren gut weiter entwickelt, hielt SPD-Kandidat Sieling dagegen. Zum Beispiel habe sich die Arbeitslosigkeit in Bremerhaven in den vergangenen Jahren mehr als halbiert.

Nach der Veranstaltung bewertete Carsten Meyer-Heder gegenüber buten un binnen das Duell insgesamt als ausgeglichen und übte Selbstkritik. "Es ist natürlich auch noch schwierig, die Themen vernünftig rüberzubringen."

Aus meiner Sicht guckt Herr Sieling sich eine andere Stadt an als ich. Ich bin ja viel unterwegs und höre Geschichten, die ich eigentlich nicht glauben möchte und Carsten Sieling hört die scheinbar nicht oder er geht darüber weg.

Erstes Bürgermeisterduell in Konrad Adenauer Stiftung
Carsten Meyer-Heder (CDU)

Er als pragmatischer Typ und Unternehmer könne Menschen gut mitnehmen. Meyer-Heder kritisierte vor allem einen Stillstand in Bremen. "Beim ÖPNV passiert überhaupt nichts, in der Verkehrspolitik passiert überhaupt nichts. Das kann so nicht weitergehen."

Sieling verweist auf wirtschaftlichen Erfolg

Erstes Bürgermeisterduell in Konrad Adenauer Stiftung
Rund 500 Gäste waren zur Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung gekommen.

Sieling hingegen stellte vor allem die gute wirtschaftliche Entwicklung Bremens in den vergangenen Jahren in den Vordergrund. "Ich mache eine Politik, die darauf ausgerichtet ist, dass Bremen mehr Arbeitsplätze kriegt und sich wirtschaftlich gut entwickelt, und ich bin sehr dafür, dass wir darüber gut in der Republik reden. Wenn sich hier jemand hinstellt und sagt, er sieht überall nur Probleme in der Wirtschaft, dann kann ich damit wenig anfangen", sagte er gegenüber buten un binnen.

In seiner Rede betonte Sieling, 2017 sei Bremen das wachstumsstärkste Bundesland gewesen. Er verfolge eine Politik der wachsenden Stadt. Die Kritik von Meyer-Heder an einer schlechten Bildungspolitik wies er zurück und versprach, die Zahl der Lehrkräfte in den kommenden Jahren weiter deutlich zu erhöhen.

Ich bin froh, dass wir hier die Möglichkeit haben, über die Zukunft von Bremen zu reden. Ich war froh, zum ersten Mal von Herrn Meyer-Heder inhaltlich  etwas zu hören.

Carsten Sieling (SPD)

Rund 500 Gäste der Konrad-Adenauer-Stiftung beobachteten diesen ersten und respektvollen Schlagabtausch der beiden Bürgermeisterkandidaten. Einig sind sich die nur in einem Punkt: Gemeinsam regieren in einer großen Koalition halten beide Carsten für keine gute Idee.

Nach einer Umfrage vom Februar liegt die CDU mit 25 Prozent knapp vor der SPD mit 24 Prozent. Die Bremer Landtagswahl findet am 26. Mai statt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 7. März 2019, 22 Uhr