Bovenschulte: Kein Alleingang bei Lockerung von Corona-Maßnahmen

  • Infektionsgeschehen hat sich in Bremen verlangsamt
  • Bovenschulte fordert bundesweit einheitliches Vorgehen gegen Corona
  • Bremen wartet auf Beatmungsgeräte
Video vom 14. April 2020
Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) mit Gebärdendolmetscherin
Bild: Radio Bremen

Laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) und Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hat sich das "Infektionsgeschehen" im Land Bremen deutlich verlangsamt. Das gaben sie am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekannt.

So betonte Bovenschulte, dass die Reproduktionsrate bei den Corona-Infektionen mittlerweile in fast allen Bundesländern laut Helmholtz-Institut unter 1 liege. Bovenschulte wertet dies als Erfolg der Schutzmaßnahmen zur Verbreitung des Cornavirus. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung werde es aber noch Wochen und Monate dauern, ehe sich das öffentliche Leben in Bremen wieder normalisieren könne: "Es findet kein Abwägen zwischen Wirtschaft und Gesundheit ab", sagte der Bürgermeister.

Lockerungen nur bundesweit einheitlich geregelt

Schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen kann sich der Bürgermeister zunächst allenfalls für Kitas, Schulen und den Einzelhandel vorstellen. Allerdings müsse jede mögliche Lockerung einzeln geprüft werden. "Wir müssen vorsichtig vorgehen", so Bovenschulte. Zudem schließt Bremens Regierungschef einen Alleingang des Zwei-Städte-Staats aus. Das Ziel sei vielmehr "ein möglichst weitgehend abgestimmtes, bundesweit einheitliches Vorgehen". Das werde beim der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch beraten.

Bremen wartet weiter auf Beatmungsgeräte

Über Ostern habe sich nur wenig aufgrund der Corona-Pandemie verändert, sagte zudem Gesundheitssenatorin Bernhard. Allerdings lägen noch nicht alle Laborergebnisse der vergangenen Tage vor. Unverändert warte Bremen zudem auf zusätzliche Beatmungsgeräte für den Fall, dass mehr Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt werden müssten. Einen akut bedrohlichen Mangel an Beatmungsgeräten gebe es in Bremen allerdings nicht.

Das besondere Augenmerk der Gesundheitssenatorin gilt weiterhin den Pflegeeinrichtungen. Derzeit, so Bernhard, seien acht dieser Einrichtungen von Corona-Fällen betroffen. Zwei Pflegeheime stünden unter Quarantäne, eines sei mittlerweile rehabilitiert. Insgesamt gebe es in Bremer Pflegeeinrichtungen 65 bestätigte Corona-Fälle. Davon seien 27 Mitarbeiter und 38 Bewohner betroffen. 13 dieser Bewohner seien verstorben, drei genesen.

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Video vom 13. April 2020
Mehrere Probengefäße mit einem roten Deckel.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. April 2020, 19:30 Uhr