Pulver-Briefe in Bremen: Polizei will Aufwand nicht reduzieren

  • Auch neuester verdächtiger Brief an Bremer Partei harmlos
  • Polizei und Feuerwehr nehmen Fälle trotzdem ernst
  • Einsätze und Medienberichte könnten Täter allerdings motivieren
Hände einer Mitarbeiterin mit Schutzhandschuhen während der Öffnung eines verdächtigen Briefes (Symbolbild)
In den vergangenen Wochen hat es eine Serie von verdächtigen Briefen an Bremer Parteien gegeben. Bild: Imago | photo2000

Zum sechsten Mal innerhalb weniger Wochen sind Polizei und Feuerwehr am Donnerstagmorgen wegen eines verdächtigen Briefs an ein Bremer Parteibüro ausgerückt – zum sechsten Mal stellte sich der Inhalt der Sendung als harmlos heraus. Den großen Aufwand wollen die Einsatzkräfte aber trotzdem nicht reduzieren. Das würde nicht im Verhältnis zur potenziellen Gefahr stehen, die von den Briefen ausgehen könnte, sagte Polizeisprecher Stephan Alken zu buten un binnen.

Um die Adressierten oder unbeteiligte Dritte nicht zu gefährden, gilt es, den Aufwand lieber einmal zu viel zu betreiben, als einmal zu wenig.

Stephan Alke, Pressesprecher der Polizei Bremen

"Solange wir keine konkreten Erkenntnisse oder Hinweise auf die Ungefährlichkeit eines Stoffes haben, ist Vorsicht geboten", sagte er. Bevor man genaueres wisse, müsse die Polizei von einer Gefahr ausgehen. "Routine wäre bei möglichen gesundheitsgefährdenden Stoffen ein gefährlicher Begleiter."

Ende Januar war bei der Linken ein verdächtiger Brief eingegangen

Video vom 31. Januar 2020
Spezialisten untersuchen einen verdächtigen Brief.

Am Donnerstag war in der Zentrale der Bremer SPD ein verdächtiger Brief eingegangen. Das sorgte für einen größeren Einsatz von Polizei und Feuerwehr. In den letzten Wochen waren bereits ähnliche Briefe an die Büros von FDP, CDU, Grüne und Linke geschickt worden. An die Linke gingen sogar zwei Briefe.

Diese Häufung sei auffällig, sagte Alken. Die Motivation, derartige Straftaten zu begehen, könne ganz unterschiedlich sein. "Dazu gehört unter anderem die Suche nach Aufmerksamkeit", sagte der Polizeisprecher. "Neben dem Polizeieinsatz kann dann die breite mediale Berichterstattung wie Benzin für Feuer wirken", sagte Alken. Auch Trittbrettfahrer könnten durch Medienberichte motiviert werden.

Hat Bremen ein Problem mit politisch motivierter Gewalt?

Video vom 30. Januar 2020
Eine Aufnahme einer Polizeiabsperrung, im Hintergrund steht ein Polizeiauto.

 

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. Februar 2020 , 23:30 Uhr