Bremerhavener Windrad-Hersteller Adwen sperrt 126 Modelle

  • Beinahe das ganze Maschinenhaus stürzte in die Nordsee
  • Weitere baugleiche Modelle vorsorglich gesperrt
  • Risiko, dass auch andere Parks keinen Strom liefern können
Windpark in der Nordsee
Mit der Sperrung der 126 Adwen-Windenergieanlagen könnten bald mehrere Windparks keinen Strom mehr liefern. Bild: DOTI 2010 / alpha ventus

Der Schaden im Offshore-Windpark Alpha Ventus in der Nordsee ist viel größer, als bislang bekannt. Dort ist nicht nur eine Kunststoffverkleidung 90 Meter in die Tiefe gestürzt, sondern fast das komplette Maschinenhaus. Experten untersuchen jetzt, ob es sich womöglich um einen Serienschaden handelt. Die Reparaturkosten lägen in Millionenhöhe.

Der Hersteller Adwen aus Bremerhaven hat vorsorglich alle 126 baugleichen Modelle gesperrt, die noch in zwei anderen Offshore-Parks in der Nordsee installiert sind. Auf keine der Windenergieanlagen darf ein Servicetechniker. Jedoch steigt mit der Sperrung das Risiko, dass auch die anderen Parks keinen Strom mehr erzeugen können.

Der Absturz der schweren Tragkonstruktion Anfang April kam offenbar völlig überraschend. Die Prüfberichte wären immer in Ordnung gewesen, heißt es vom zuständigen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie in Hamburg. Windkraft-Experten sprechen von einem kapitalen Schaden, wie er bislang noch nicht aufgetreten ist.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 26. April 2018, 8 Uhr