Bremen setzt auf Luca-App zur Kontaktverfolgung

  • Bremen entscheidet sich für Luca-App
  • App ermöglicht digitale Kontaktverfolgung
  • Gesundheitsamt kann auf Kontakte zugreifen
Die App Luca wird auf einem Smartphone angezeigt.
Soll die Kontaktverfolgung in der Pandemie erleichtern: die Luca-App. Bild: Imago | Kirchner-Media

Nach Berlin und Mecklenburg-Vorpommern möchte nun auch Bremen die Luca-App zur Kontaktverfolgung einsetzen. Das teilt das Gesundheitsressort mit.

Zusammen mit vier weiteren Ländern, darunter Niedersachsen, beauftragt Bremen seinen IT-Dienstleister Dataport damit, Verhandlungen mit den Herstellern der Luca-App aufzunehmen. Die Luca-App ist eine Anwendung, die eine schnelle Kontaktrückverfolgung im Einzelhandel, der Gastronomie oder anderen Einrichtungen ermöglichen kann.

"Uns ist es ein großes Anliegen, eine länderübergreifende Lösung zur digitalen Nachverfolgung der Kontakte anbieten zu können. Wir werden jetzt mit den Entwicklerinnen und Entwicklern die Formalitäten zum zeitnahen Einsatz der App auch in den Bremer Gesundheitsämtern klären," sagt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke). Sowohl der genaue Beginn, als auch die genauen Kosten für das Land Bremen seien noch nicht bekannt.

App ist direkt mit Gesundheitsamt vernetzt

Luca bietet die Möglichkeit, sich beim Besuch von Gastronomie oder anderer Einrichtungen digital zu registrieren. Durch diese Registrierung wird eine Besuchshistorie erstellt, die durch die zuständigen Gesundheitsämter im Infektionsfall abgerufen werden kann. Sollte ein Besucher oder eine Besucherin positiv getestet werden und beim Gesundheitsamt angeben, dass die Luca-App genutzt wird, kann das Gesundheitsamt auf die verschlüsselten Kontaktdaten der besuchten Einrichtungen zugreifen.

"Wir erhalten mit dieser digitalen Lösung zur Kontaktnachverfolgung die Möglichkeit, auf umfangreichere Gästelisten als bisher zuzugreifen", erklärt Bernhard. "Uns wird dadurch ein Instrument an die Hand gegeben, das es uns ermöglichen kann, Infektionsketten schneller zu unterbrechen."

Die Luca-App ermöglicht neben der Erstellung von Besuchshistorien auch eine direkte Benachrichtigung von Personen, die sich zeitgleich mit positiv getesteten Personen in den jeweiligen Einrichtungen aufgehalten haben. Grundlage für diese Information bleibt jedoch weiterhin die erfolgte Risikobewertung durch die Gesundheitsämter.

Luca verspricht Tempo bei der Kontaktverfolgung

Dazu Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard: "Weiterhin müssen alle Positiven und deren Kontaktpersonen durch die Gesundheitsämter selber benachrichtigt werden." Der entscheidende Vorteil der Luca-App gegenüber anderen Systemen liege darin, dass die Kontaktdaten der Besuchshistorie direkt in "Sormas", das System der Gesundheitsämter eingespeist würden. "Dadurch können die Gesundheitsämter umgehend mit der Nachverfolgung und der Ermittlung von Kontakten beginnen", so Bernhard.

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Bild: Radio Bremen
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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. März, 19.30 Uhr