Bremer Grüne fordern Führerschein für Tierbesitzer

Die Grünen halten es für notwendig, dass Tierhalter eine theoretische und eine praktische Prüfung ablegen. Auch der Haustier-Kauf könnte schwieriger werden.

Hündin "Betty" genießt die Streicheleinheiten am Kopf.
Die Haltung von Haustieren soll nach Vorstellung der Bremer Grünen besser kontrolliert werden. (Symbolbild) Bild: Radio Bremen | Josephine Gotzes

Die Grünen-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft will schärfere Regeln für das Halten von Haustieren – einen sogenannten Haustier-Führerschein. In einem Positionspapier forderten die Grünen strengere Vorschriften und einen Sachkundennachweis. Das berichtet der "Weser-Kurier".

Hunde, Katzen, Meerschweinchen und andere Haustiere dürften demnach nur diejenigen erwerben, die einen solchen Haustier-Führerschein besitzen. Dazu solle es eine theoretische und eine praktische Prüfung geben.

Verbot von Tierhandel im Internet

Außerdem forderten die Grünen etwa eine bundesweite Positivliste mit Tieren, die für die private Haltung geeignet sind, und ein Verbot des Tierhandels im Internet und auf Messen.

"Die Haustierhaltung geschieht häufig sehr verantwortungsvoll und artgerecht, aber nicht immer sind Haltungen für Menschen und Tiere vorteilhaft" sagte Philipp Bruck, Grünen-Sprecher für Tierpolitik.

Tiere sind keine Sachen und sollten daher nicht wie diese gehandelt werden.

Philipp Bruck, Grünen-Sprecher für Tierpolitik

Weniger Tierarten sollen Zuhause gehalten werden

Eine Positivliste solle die private Tierhaltung auf die Arten beschränken, die vom Zusammenleben mit dem Menschen profitieren. Das seien beispielsweise Hunde, Katzen oder Pferde, keineswegs aber Exoten, Rennmäuse oder Affen. Tiere, die nicht auf der Liste stehen, sollten nicht mehr verkauft werden. Wer mehr als drei Tiere anschaffen wolle, müsse einen weiteren Nachweis erbringen.

Wer Tiere züchten will, soll nach den Vorstellungen der Grünen dem zuständigen Veterinäramt seine Eignung nachweisen. Züchtungen, die Schmerzen, Leiden oder Schäden bedeuteten, müssten beendet werden, das betreffe etwa Hunderassen wie Bulldogge, Mops oder Chihuahua.

Solange bestimmte Tiere in relevanter Zahl in Heimen leben und als vermittelbar gelten, sollte ihnen stets Priorität eingeräumt und Nachzuchten nach Möglichkeit begrenzt werden.

Phillipp Bruck, Grünen-Sprecher für Tierpolitik

"Eine Positivliste halten wir für sehr sinnvoll", sagte Gaby Schwab, Sprecherin des Bremer Tierheims, dem "Weser-Kurier". Ein Haustier-Führerschein sei theoretisch eine gute Sache, in der Praxis aber schwer umsetzbar.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 1. März 2021, 12 Uhr