Bremische Bürgerschaft will Abtreibungen erleichtern

  • Bremische Bürgerschaft beschließt Verbesserung beim Schwangerschaftsabbruch
  • Aufforderung an den Senat, sich auf Bundesebene weiter dafür einzusetzen
  • Umstrittener Paragraph 219a soll abgeschafft werden
Video vom 17. September 2020
Eine Person, die Handschuhe trägt, hebt OP-Besteck hoch.
Bild: Radio Bremen

Die Möglichkeiten zum Schwangerschaftsabbruch im Land Bremen sollen verbessert werden. Das hat die Bremische Bürgerschaft beschlossen. Gleichzeitig hat sie den Senat aufgefordert, sich auf Bundesebene weiter dafür einzusetzen, dass der umstrittene Paragraph 219a abgeschafft wird. Er verbietet Ärzten, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren.

Rund 2.000 schwangere Frauen lassen jährlich im Land Bremen eine Abtreibung machen. Wie überall in Deutschland gibt es dafür aber immer weniger Ärztinnen und Ärzte. Frauen in Bremerhaven zum Beispiel haben keine Anlaufstelle mehr in ihrer Stadt, sie müssen nach Bremen oder in andere Bundesländer ausweichen. Das muss sich nach dem Willfen fast aller Fraktionen in der Bremischen Bürgerschaft ändern. Der Senat soll alles tun, um Frauen einen wohnortnahen Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen.

Bessere Ausbildung für Mediziner

Dazu gehört aus Sicht der Bürgerschaft, dass angehende Mediziner in ihrer klinischen Ausbildung auch Schwangerschaftsabbrüche lernen und Bremen ein eigenes Fortbildungsprogramm für Ärzte prüft. Außerdem soll geprüft werden, inwieweit EU-Ausländerinnen mit europäischer Krankenversichertenkarte leichter in Bremen Schwangerschaftsabbrüche vornehmen lassen können.

Für den Antrag stimmte am Donnerstag eine Mehrheit der Fraktionen von SPD, Grünen, Linken und FDP. Geschlossen dagegen stimmte nur die CDU-Fraktion.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. September 2020, 6 Uhr