Bosch will Ende der Produktion in Huchting nicht alleine festlegen

  • Laut Bosch ist eine Verlagerung der Produktion bis Ende 2020 technisch machbar
  • Der genaue Zeitplan soll jetzt mit den Arbeitnehmern verhandelt werden
  • Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert die angepeilte Schließung scharf
Das Werk des Autozulieferers Bosch in Bremen.
Die Schließung des Bremer Bosch-Werks beschäftigt auch die Mitglieder des Beirats Huchting.

Der Geschäftsführer des Bosch-Werkes in Bremen-Huchting, Gilles Dubois, hat dementiert, dass die Produktion Ende 2020 eingestellt und das Werk geschlossen wird. Dubois teilte buten un binnen mit, man habe alle Möglichkeiten geprüft und dabei festgestellt, "dass es technisch möglich wäre die Verlagerung nach Ungarn bis Ende 2020 zu vollziehen".

Das heißt nicht, dass damit ein Datum festgelegt wäre, zu dem die Lenksäulenfertigung in Bremen beendet wird. Tatsächlich ist unser Ziel, den Ablauf und die Zeitschiene gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern zu erarbeiten.

Gilles Dubois, Geschäftsführer Bosch Automotive Steering Bremen

Schon jetzt seien Gespräche angelaufen, um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. "Wir wollen nach wie vor möglichst sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter finden", teilte Dubois buten un binnen schriftlich mit.

Laut Gewerkschaft will Bosch Leiharbeiter einstellen

Das geplante Ende der Produktion des Bosch-Werkes in Huchting ist vor allem für den Stadtteil ein schwerer Schlag. Denn: Rund 200 Mitarbeiter hat das dortige Bosch-Werk derzeit noch. Der Konzern plant, lediglich 30 Stellen in Bremen zu erhalten. Sie sollen dann neue Produkte entwickeln. Die Produktion selbst soll aber nach Ungarn verlagert werden.

Weil sie von diesen Plänen nur aus den Medien erfahren hatten, hatten die Mitglieder des Beirats Huchting die Geschäftsführung des Bremer Bosch-Werks für Dienstagabend eingeladen. Beiratssprecher Falko Bries hatte vor der Sitzung deutlich gemacht, wie schwer eine Schließung die Beschäftigten und den Stadtteil treffen würde.

Das ist ein weiterer Verlust an Wirtschaftskraft in Huchting.

Falko Bries (SPD), Beiratssprecher Huchting

Gewerkschaft: Konzern nutzt schlechte Gesamtlage aus

Der Geschäftsführer der IG Metall Bremen, Volker Stahmann, ging sogar noch ein Stück weiter. Er nannte die Entscheidung von Bosch "perfide". In seinen Augen nutzt der Konzern die aktuelle schlechte Gesamtlage – Stichworte Dieselkrise, E-Mobilität und schlechte Konjunktur – um Umstrukturierungen vorzunehmen und stellte klar: "Wir als Gewerkschaft sehen keinen Grund für die Stilllegung Ende 2020."

Laut Stahmann will Bosch für 2020 jetzt sogar rund 100 Leiharbeiter einstellen. Offiziell werde das gemacht, um die Produktion von Lenksäulen in Bremen zu gewährleisten. De facto bedeute das aber, dass in dem Werk im nächsten Jahr mehr gearbeitet werden solle, damit es früher schließen könne, glaubt Stahmann. Denn schon seit 2018 war die Zukunft die Werks ungewiss. Eine Standortzusicherung seitens der Konzernleitung hatte es nur bis 2023 gegeben. Zu der Einstellung von Leiharbeitern wollte sich eine Konzernsprecherin bislang nicht äußern.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 26. November 2019, 23:30 Uhr