Bremer Flüchtlingsheime offenbar zu voll für Corona-Konzepte

  • Laut Sozialressort leben im Flüchtlingsheim Lindenstraße 309 Menschen - 250 sollten es sein
  • Zeitnah Wohnungen für Neuankömmlinge zu finden, gestalte sich teilweise schwierig
  • Flüchtlingsrat Bremen warnt vor möglichen Corona-Ausbrüchen
Demonstration vor der Erstaufnahmeeinrichtung in der Lindenstraße
Im Frühjahr gab es Proteste vor der Erstaufnahmeeinrichtung Lindenstraße. (Archivbild) Bild: Radio Bremen

In den Bremer Landesaufnahmestellen für Flüchtlinge leben wieder mehr Menschen als in Corona-Zeiten eigentlich sollen. Das hat das Sozialressort am Nachmittag den Fachpolitikern in der Deputation berichtet. Der Grund: Es kommen jetzt wieder mehr Geflüchtete nach Bremen als im Frühling und Sommer.

Im Flüchtlingsheim Lindenstraße in Bremen-Vegesack waren vor einer Woche 309 Menschen untergebracht. 250 sollen es nur sein, damit in Pandemie-Zeiten Abstand und Hygiene eingehalten werden können. Auch in einer Einrichtung in Obervieland leben mit 134 Menschen 14 mehr als eigentlich vorgesehen. Es sei eine enorme Kraftanstrengung, die selbst gesetzten Zahlen einzuhalten, hieß es aus dem Ressort.

Nicht immer könnten innerhalb von zwei Wochen Wohnungen für Neuankömmlinge in Bremen gefunden werden. Das wäre aber nötig. In der Unterkunft Lindenstraße sind laut Behördenangaben derzeit höchstens zwei Bewohner pro Zimmer untergebracht. Viele allerdings in Räumen ohne Decke – also Kabinen, die nur Trennwände haben. Das sei nötig, weil es sonst nicht genügend Plätze gäbe.

Der Flüchtlingsrat Bremen kritisiert das und warnt davor, dass es wegen der Enge in den Unterkünften dort wieder zu Corona-Ausbrüchen wie im Frühjahr kommen könnte. Dann müssten viele Menschen pauschal in Quarantäne gesteckt werden.

Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. November 2020, 18 Uhr