Bewohner zeigen Pflegeheime in Bremen häufiger an – auch wegen Corona

  • 2019 gab es 29 Anzeigen, 2020 stiegt die Zahl auf 75
  • Häufig beklagten Bewohner Freiheitsberaubung
  • Bremer CDU fordert mehr Kontrollen
Eine Seniorin sitzt in ihrem Zimmer in einem Pflegeheim.
Darüber, dass sie sich nicht frei bewegen konnten, haben sich Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen besonders häufig beschwert. (Archiv) Bild: DPA | SvenSimon

In Bremen gibt es mehr Anzeigen von Bewohnern gegen Pflegeeinrichtungen. Laut Polizei-Statistik gab es im Jahr vor der Corona-Pandemie noch 29 Fälle, vergangenes Jahr kletterte die Zahl auf 75. Die Bremer CDU hatte dazu eine Anfrage im Parlament gestellt und jetzt die Antworten vom Senat bekommen.

Beim Durchsetzen von Quarantäneregeln ist es vorgekommen, dass Einrichtungen zu weit gegangen sind.

Sozialbehörde Bremen

Meistens geht es um Freiheitsberaubung. 59 Mal erstatteten Heim-Bewohner oder Angehörige deswegen vergangenes Jahr Anzeige. Laut Sozialbehörde ist dieses auch auf die Corona-Maßnahmen zurückzuführen. "Beim Durchsetzen von Quarantäneregeln ist es vorgekommen, dass Einrichtungen zu weit gegangen sind", sagt ein Sprecher der Sozialbehörde zu buten un binnen.

Jedes Heim wird im Schnitt einmal im Jahr kontrolliert

Die CDU fordert, dass die Behörden die gesetzlichen Regelkontrollen in den Heimen wieder durchführen. Laut CDU-Sozialpolitikerin Sigrid Grönert seien die seit Herbst wieder erlaubt, werden aber nicht gemacht. Ein Vorwurf, den die Sozialbehörde so nicht stehen lassen will: Regelkontrollen seien nur ein Teil aller Kontrollen, heißt es. Viel öfter gebe es sogenannte Anlasskontrollen, also wenn sich jemand beschwert. Und diese finden im Schnitt einmal im Jahr in jeder Einrichtung statt.

Gibt es Lockerungen für Geimpfte in Bremer Pflegeheimen?

Video vom 26. Februar 2021
Die Sozialsenatorin Anja Stahmann.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 1. April 2021, 16 Uhr