Bremen rechnet mit steigender Nachfrage nach neuen Corona-Impfstoffen

Spritzen und eine Impfstoff-Dosis in einer Schale
Bild: DPA | Robin Utrecht
  • Bundesgesundheitsminister erwartet 14 Millionen Dosen des neuen Impfstoffs
  • Neue Vakzine sollen besser gegen Omikron-Varianten wirken
  • Bremen wartet auf Zulassung und Stiko-Empfehlung

Bei den Corona-Impfungen plant der Bund für Anfang September den Start mit fortentwickelten Impfstoffen auch für neuere Virusvarianten. Vorbehaltlich der erwarteten EU-weiten Zulassung sollen ab 5. September rund 14 Millionen Dosen von Biontech und Moderna ankommen, die an die Omikron-Variante BA.1 angepasst sind. Das geht aus einem Schreiben von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hervor. Nach Studiendaten wirkten sie auch deutlich besser gegen die derzeit vorherrschende BA.5-Variante als Impfstoffe der ersten Generation, heißt es in dem Schreiben. Zuerst berichtete der "Spiegel" darüber.

Wir rechnen auf jeden Fall mit einem Anstieg der Nachfrage, sobald der Impfstoff verfügbar ist.

Diana Schlee, Sprecherin des Bremer Gesundheitsressorts

Wie viele Dosen der neuen Impfstoffe im Land Bremen ankommen werden, ist nach Angaben des Gesundheitsressorts noch völlig offen. Bestellt wurde demnach noch nichts. "Bisher gibt es noch keine pharmazeutische Zulassungsnummer für die neuen Impfstoffe, daher können wir noch keine Bestellungen machen", sagte Ressortsprecherin Diana Schlee. Auch wann neue Impfstoffe in Bremen genutzt werden können, ist unklar. Laut Bundesgesundheitsministerium solle die Lieferung innerhalb weniger Tage nach der Bestellung erfolgen, heißt es.

Bremen wartet auf die Empfehlung der Stiko

Im Bremer Gesundheitsressort wird zumindest mit einem Anstieg der Nachfrage nach Impfungen gerechnet. "Das Interesse an den angepassten Impfstoffen ist auch bei den Bremerinnen und Bremern erkennbar", sagte Schlee. Wer zuerst mit den neuen Stoffen geimpft wird, macht Bremen von der noch ausstehenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) abhängig. "Hier wird vor allem auch interessant sein, ob es Abstände zu vorherigen Impfungen geben wird, die eingehalten werden müssen", sagte Schlee.

Die Frage, wie es uns gelingt, die Menschen von Erst-, Zweit-, Booster- und jetzt zweiter Auffrischungsimpfung zu überzeugen, wird den weiteren Verlauf der Pandemie maßgeblich beeinflussen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Dem Schreiben aus dem Bundesgesundheitsministerium zufolge werden in den beiden ersten September-Wochen je fünf Millionen Dosen des BA.1-Impfstoffes von Biontech/Pfizer erwartet. Vom Hersteller Moderna sollen zunächst 1,65 Millionen Dosen und in der zweiten Woche 2,38 Millionen Dosen BA.1-Impfstoff kommen. Die Präparate sollen direkt an den Pharma-Großhandel ausgeliefert werden. Leistungserbringer wie Arztpraxen und Impfzentren sollen dann erstmals am 5. September die beiden Impfstoffe bestellen können. "Risikogruppen sollten nicht länger mit einer Impfung warten, auch wenn ein weiterer Impfstoff wahrscheinlich nur wenige Wochen später zur Verfügung stehen wird", erklärte Lauterbach in dem Schreiben an die Leistungserbringer der Impfkampagne.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 29. August 2022, 17 Uhr