Mobilität im Land Bremen: Diese Großprojekte stehen demnächst an

Ein Radfahrer fährt über ein Fahrradschild auf einer Straße.
Bremen möchte attraktiver für Radfahrer werden. Daher sind derzeit vier Fahrradbrücken über die Weser geplant. Bild: DPA | photothek | Thomas Trutschel

Fahrradbrücken, Autotunnel, verlängerte Bahnlinien: Bremens Verkehrsinfrastruktur bekommt ein neues Gesicht. Trotz Verzögerung: Mit Bremerhavens Hafentunnel geht es los.

Bremens Verkehrsnetze sind im Wandel begriffen, insbesondere rings um die Weser. Der Hafentunnel in Bremerhaven wird wohl dieses Jahr eröffnet, der Wesertunnel bei Seehausen voraussichtlich 2026. Auch der Bau dreier Fahrradbrücken über die Weser steht in Bremen an. Die Rede ist vom Wesersprung West, Wesersprung Mitte und Wesersprung Ost. Obendrein werden in Bremen drei Straßenbahnlinien verlängert. Das ist der Stand der Dinge auf Bremens Großbaustellen:

Wann konkret werden die Fahrradbrücken fertig, und wie teuer wird der Bau?
Die erste Fahrradbrücke soll 2026 fertig werden und über die Kleine Weser führen. Es handelt sich bei dieser Brücke um den ersten von zwei Bestandteilen des Wesersprungs Mitte. Den zweiten Teil wird die Große Weserbrücke bilden. Sie soll Mitte 2027 fertig werden und wird etwa 9 Millionen Euro kosten. Für den Bau der Kleinen Weserbrücke werden die Kosten derzeit neu geschätzt.

Der Bau des Wesersprungs Ost, der so genannten Korbinselbrücke, soll bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Diese Brücke soll Habenhausen und Arsten auf der westlichen Seite der Weser mit Hemelingen verbinden. Sie wird nach Angaben des Mobilitätsressorts voraussichtlich 10,2 Millionen Euro kosten. Wichtig zu wissen ist dabei: Bremen muss nur einen Teil der Kosten selbst stemmen, erhält für den Bau der Weserbrücken Fördermittel vom Bund in Höhe von bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten.

Noch keinen Zeit- und Kostenplan gibt es bislang für den Wesersprung West, der die Überseestadt mit Woltmershausen verbinden soll. Hierzu wartet das Mobilitätsressort noch auf die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie.

Diese Brücken, Tunnel und neuen Haltestellen plant Bremen

Verkehrsinfrastruktur-Projekten im Land Bremen
Bild: Radio Bremen
Bremen plant auch, Straßenbahnlinien zu verlängern. Was ist da der aktuelle Stand?
Konkret sollen die Linien 1, 2 und 8 verlängert werden. Die 1 bis zur Huchtinger Heerstraße, die 2 bis nach Tenever und die 8 bis nach Weyhe. Der Ausbau der Linie 1 ist in vollem Gange und soll kommendes Jahr fertig werden. Bei den Linien 2 und 8 ist es 2025 soweit.

Das Mobilitätsressort gibt die Kosten für die Verlängerung der Linie 1 mit insgesamt 106,5 Millionen Euro an. Der Ausbau der Linie 2 wird dem Ressort zufolge 45 Millionen Euro kosten. Dazu, wie teuer die Verlängerung der Linie 8 insgesamt wird, liegen dem Mobilitätsressort keine Berechnungen vor. Auch hierzu muss man wissen: Der Ausbau der Straßenbahnlinien wird großteils vom Bund finanziert.
Aber auch Autofahrer im Land Bremen bekommen etwas Neues geboten: zwei lang geplante Tunnel, den Hafentunnel zur Anbindung an die A27 in Bremerhaven sowie den Wesertunnel für den Autobahnring 281 bei Seehausen. Wann ist hier mit der Fertigstellung zu rechnen?
Der Hafentunnel in Bremerhaven soll nach vielen Verzögerungen dieses Jahr fertig werden. Ursprünglich sollte er bereits 2019 für den Verkehr freigegeben werden. Zu den Kosten machen derzeit weder der Magistrat noch die die Bremerhavener Stadtentwicklungsgesellschaft BIS Angaben. Um die Abschlussrechnung gebe es Streit mit der Baufirma. Zurzeit liefen Verhandlungen über einen Vergleich, daher werde man sich nicht öffentlich äußern.

Die Baukosten waren ursprünglich auf 170 Millionen veranschlagt gewesen. 120 Millionen Euro Zuschuss gab es vom Bund, 15 Millionen Euro von der Hafenwirtschaft. Die Kostensteigerung teilen sich Land Bremen und Stadt Bremerhaven. Dass der Bau des Tunnels am Ende wesentlich höher zu Buche schlagen wird als mit 170 Millionen Euro, gilt als sicher.

Der Autobahnring 281 in Bremen auf Höhe Seehausens soll 2026 fertig werden. Dieses Jahr soll der Bau beginnen – mit vielen Jahren Verzögerung und nach diversen Gerichtsprozessen. Die Kosten hierfür gibt die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) laut Bremer Mobilitätsressort mit 500 Millionen Euro an. Wichtig zu wissen: Die Kosten für Autobahnen und Bundesstraßen zahlt der Bund – nicht das Land Bremen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Der Nachmittag, 5. Januar, 16.15 Uhr