Wieviel Leerstand gibt es in der Bremer Innenstadt wirklich?

Menschen laufen in der Fußgängerzone Sögestraße.
Bild: DPA | Bildagentur-online/Schoening

Derzeit wirkt es so, als häufe sich der Leerstand in der Bremer City. Doch wie steht die Innenstadt im Vergleich zu anderen Städten da? Und wie läuft das Weihnachtsgeschäft?

Die Schuhkette Görtz in der Katharinenpassage zum Domshof, die schwedische Marke Cos am Anfang der Sögestraße oder der Traditions-Imbiss von Martin Kiefert an der Liebfrauenkirche. In den vergangenen Tagen ist das Aus für einige Läden in der Bremer Innenstadt bekannt geworden. Doch wie sieht die Gesamtsituation aus? Steht tatsächlich so viel leer?

"Was den Leerstand in der Innenstadt angeht, steht Bremen besser da als Metropolen wie Hamburg, Berlin, Frankfurt, München oder Köln", sagt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) zu buten un binnen. Sie bezieht sich auf eine Studie von Bulwiengesa, einem unabhängigen Beratungs- und Analyseunternehmen für die Immobilienbranche. Laut der Untersuchung liegt die Leerstandsquote in den genannten Großstädten durchschnittlich bei 7,4 Prozent.

Bremen hat Leerstandsquote von knapp fünf Prozent

In Bremen liegt die Quote bei knapp fünf Prozent. Die Bremer Wirtschaftsförderung hat bei gut 500 Läden im Erdgeschoss in der City 23 Leerstände ermittelt. Außerdem werde gerade an einem digitalen Tool gearbeitet, das den Leerstand erfasst und Immobilienbesitzer und Einzelhändler zusammenbringt, sagt Vogt.

Was aus Görtz und COS wird, ist noch unklar. In dem Kiefert-Imbiss wird sich das angrenzende Café vergrößern. Auf den Leerstand angesprochen sagt Senatssprecher Christian Dohle, dass in letzter Zeit auch einige neue Läden aufgemacht hätten.

Neue Läden in der Bremer City

Er zählt auf: Lush (Beauty) an der Sögestraße, Tempur Store (Betten, Matratzen) an der Carl-Ronning-Straße (ehemals Ulla Popken), Ulla Popken (Fashion) an der Pieperstraße (ehemals Le Crobag), Lotta & Leander (Kinder und Baby) am Schüsselkorb (ehemals Steiff), Schlau gespielt (Spielwaren) an der Knochenhauerstraße, Kaspers Geschmack (Outlet) am Schüsselkorb (ehemals Mey) und Troys Outlet an der Obernstraße 39 (ehemals ekofair).

Die Wissenschaftlerin Sandra Wagner-Endres vom Deutschen Institut für Urbanistik bewertet das Vorgehen Bremens gegen den Leerstand als gut. Sie sagt: "Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, auch mal Dinge auszuprobieren. Da hat Bremen ja auch in der Vergangenheit schon einiges gemacht mit Wettbewerben zu Pop-up-Stores und Concept Stores." Es sei wichtig, einfach auch mal anzutesten, was eigentlich gefragt sei.

Einzelhändler hoffen auf Weihnachtsgeschäft

Laut dem Handelsverband Nordwest läuft das Weihnachtsgeschäft so langsam an. "Nach Rückmeldung einiger unserer Mitgliedsunternehmen ist bei den Kunden eine gewisse Entspannung zu beobachten", sagt Jan König, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Nordwest. Den Menschen sei das Schenken weiterhin sehr wichtig, auch in diesen schwierigen Zeiten.

Positiv sei auch, dass Weihnachtsmärkte stattfinden können, die Weihnachtsbeleuchtung weiter möglich ist und es keine Coronabeschränkungen mehr gebe. "Das lässt die Händler im Nordwesten zuversichtlich auf die kommenden Wochen blicken", sagt König. Die Kundenfrequenzen in den Geschäften steigen zwar, seien aber noch verbesserungswürdig.

Mehr Passanten in der Bremer Innenstadt als vor Corona

Das deckt sich mit Zahlen der Bremer City-Initiative. Denn es kommen gerade mehr Besucher in die Innenstadt. In diesem Oktober waren es 7,5 Prozent mehr Menschen als 2019, also in der Vor-Coronazeit.

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Bild: Radio Bremen

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  • Pascal Faltermann Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 01. Dezember 2022, 06:14 Uhr