Fragen & Antworten

6 Fragen zum Kita-Warnstreik im Land Bremen am Dienstag und Donnerstag

Kita-Mitarbeitende demonstrieren auf dem Marktplatz in Bremen.

6 Fragen zum Kita-Warnstreik im Land Bremen heute und am Donnerstag

Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Die Gewerkschaft Verdi hat einen weiteren Warnstreik angekündigt. Worauf müssen sich Eltern in Bremen und Bremerhaven einstellen? Und worum geht es in dem Tarifstreit genau?

Wie wird sich der Warnstreik im Land Bremen und in Niedersachsen auswirken?
Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag und Donnerstag erneut Warnstreiks in den kommunalen Sozial- und Erziehungsdiensten in Bremen, Bremerhaven und Niedersachsen angekündigt. So sollen am Dienstag in Bremerhaven und in niedersächsischen Regionen Kindertagesstätten bestreikt werden. Für Donnerstag ruft Verdi dann die Beschäftigten von Kita Bremen zum Streiken auf. Auch Beschäftigte in der Sozialarbeit, der Pädagogik oder der Behindertenhilfe wollen sich am Warnstreik beteiligen. Schon in der vergangenen Woche waren Gewerkschaftsangaben zufolge 4.000 Menschen im Norden bei Aktionen dabei.
Worum geht es in dem Tarifstreit?
Kurz gesagt: um bessere Bezahlung, mehr Anerkennung für den Beruf, und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel, das heißt eine bessere personelle Ausstattung. Hintergrund sind bislang ergebnislose Verhandlungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst und die angespannte Situation in den Einrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern. Die laufenden Verhandlungen seien keine "normalen" Tarifverhandlungen, heißt es aus dem Finanzressort auf Anfrage von buten un binnen. Es gehe um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Wer verhandelt in dem Tarifstreit mit wem?
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verhandelt auf Bundesebene mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für etwa 330.000 tarifgebundene Beschäftigte im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Die vorangegangenen beiden Tarifrunden im Februar und im März waren ergebnislos verlaufen. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16. und 17. Mai in Potsdam statt. Etwaige Tarifabschlüsse haben auch Signalwirkung für Einrichtungen in zum Beispiel kirchlicher Trägerschaft.
Welche Berufsgruppen werden von Verdi vertreten?
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher, Kita-Beschäftigte und Beschäftigte des schulischen Ganztags und der Behindertenhilfe.
Was muss aus Sicht der Gewerkschaft besser werden?
Um wirklich pädagogisch sinnvoll arbeiten zu können, fehlen aus Sicht der Gewerkschaft viele Fachkräfte. Die Überlastung führe dazu, dass 25 Prozent der Berufsanfänger in den ersten fünf Jahren das Arbeitsfeld wieder verlassen. Nach Angaben der Krankenkassen sind die Beschäftigten in diesem Arbeitsbereich diejenigen, die am häufigsten an Burnout erkranken. Ein von Verdi im Vorjahr durchgeführter "Kita-Personalcheck" habe gezeigt, dass die Fachkräfte das Gefühl haben, ihren pädagogischen Aufgaben und den Kindern nicht gerecht zu werden.
Was sagen die Arbeitgeber?
Die VKA kritisierte die Streiks in den zurückliegenden Wochen als unverhältnismäßig. Sie belasteten die Eltern zusätzlich. Erzieherinnen verdienten beispielsweise bei kommunalen Kitas deutlich mehr als bei anderen Trägern.

Rückblick: Kita-Warnstreik in Bremerhaven

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 10. Mai 2022, 7 Uhr