15 Jugendliche attackieren Transfrau in der Bremer Neustadt

Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen.

15 Jugendliche attackieren Transfrau in der Bremer Neustadt

Bild: DPA | Marius Bulling
  • Jugendliche greifen Transfrau in Straßenbahn an
  • Angreifer schlägt der Frau mehrfach ins Gesicht
  • Angegriffene kommt mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus

Eine Woche nach der tödlichen Attacke auf einen Transmann in Münster am Rande einer CSD-Veranstaltung ist in Bremen eine Transfrau in der Straßenbahn angegriffen und schwer verletzt worden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Hasskriminalität und gefährlicher Körperverletzung.

Senatorinnen verurteilen Angriff

Die 57-Jährige war am Samstagabend gegen 19.35 Uhr in der Straßenbahn von einer Gruppe von 10 bis 15 Jugendlichen angegangen. Sie beleidigten die Frau und rissen ihr eine Perücke vom Kopf. Ein Täter, der von Zeugen auf 14 bis 16 Jahre geschätzt wurde, schlug der Frau mit beiden Fäusten ins Gesicht. Die Gruppe feuerte den Angreifer an, wie eine Polizeisprecherin sagte. Erst als andere Fahrgäste eingriffen, ließ die Gruppe von der Frau ab, stieg aus und floh. Das Opfer kam mit schweren Gesichtsverletzungen in ein Krankenhaus, war aber am Montag nicht mehr in der Klinik, wie die Polizeisprecherin sagte. Die Polizei wertet nun die Videos der Überwachungskamera in der Bahn aus.

Ich hoffe, dass der Schläger und diejenigen, die ihn ermutigt haben, schnell gefasst werden.

Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann

Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) verurteilte den Angriff. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen wegen ihrer geschlechtlichen Identität um ihr Leben fürchten müssen. Dieses Hassverbrechen ist aufs Schärfste zu verurteilen", sagte sie. Stahmann bedankte sich zudem bei den Fahrgästen, die eingegriffen haben.

Auch Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) zeigte sich bestürzt. "Als Aufsichtsratsvorsitzende der BSAG stehe ich im engen Austausch mit dem Vorstand der BSAG und werde zudem mit dem Innenressort darüber beraten, wie wir für mehr Sicherheit in unseren Bussen und Bahnen sorgen können", schrieb sie bei Facebook. Im ÖPNV sei zu beobachten, "dass es vermehrt zu verbalen und körperlichen Attacken kommt– sowohl zwischen einzelnen Fahrgästen als auch von Fahrgästen gegenüber dem BSAG-Personal".

Für den Abend ist in Bremen eine Mahnwache zu queerfeindlicher Gewalt geplant. Ab 18:30 Uhr wollen die Organisatoren an der Schwankhalle in der Bremer Neustadt ihre "Wut und Betroffenheit in die Öffentlichkeit tragen". An der Haltstelle Schwankhalle waren die Täter aus der Straßenbahn geflüchtet.

Rückblick: Das fordert die queere Community beim CSD in Bremen von der Politik

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. September 2022, 13 Uhr